Stichwahl in Bitterfeld-Wolfen:AfD-Kandidat verpasst OB-Sessel knapp

Stichwahl in Bitterfeld-Wolfen: Wahlplakate der Kandidaten Schenk und Dornack hängen im Stadtzentrum von Bitterfeld-Wolfen.

Wahlplakate der Kandidaten Schenk und Dornack hängen im Stadtzentrum von Bitterfeld-Wolfen.

(Foto: Jan Woitas/dpa)

In der Stichwahl um das Amt des Rathauschefs gewinnt der CDU-Politiker Armin Schenk mit knapp 54 Prozent der Stimmen. AfD-Herausforderer Henning Dornack hatte nach dem ersten Durchgang vorne gelegen.

Trotz eines Vorsprungs im ersten Wahlgang ist es der AfD in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) nicht gelungen, die Oberbürgermeisterwahl für sich zu entscheiden. Ihr Kandidat Henning Dornack holte am Sonntag in der Stichwahl 46,18 Prozent der Stimmen. Der amtierende Oberbürgermeister Armin Schenk (CDU) kam auf 53,82 Prozent. Das ging aus einer Präsentation der Wahlergebnisse im Rathaus in Bitterfeld-Wolfen hervor. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 48,75 Prozent.

Im ersten Wahlgang hatte Dornack noch vorne gelegen, der Vorsprung betrug mehr als vier Prozentpunkte. Der frühere Polizist ist stellvertretender Vorsitzender im Stadtrat von Bitterfeld-Wolfen. Die Stadt im Südosten Sachsen-Anhalts hat 37 000 Einwohner und ist als Standort der chemischen Industrie bekannt.

Einen ähnlichen Verlauf hatte es vor wenigen Wochen bereits im thüringischen Nordhausen gegeben, wo AfD-Kandidat Jörg Prophet nach Vorsprung im ersten Wahlgang noch geschlagen wurde. Schenk sagte der Deutschen Presse-Agentur, sein Erfolg sei ein "unglaublich wichtiges Signal ins Land und nach Deutschland hinein". Er sei erleichtert, denn mit einem AfD-Politiker an der Stadtspitze wäre die Standortentwicklung gefährdet gewesen, so Schenk. Der CDU-Politiker kündigte an, auch die Sorgen der AfD-Wähler ernstnehmen zu wollen: "Ich bin ein Oberbürgermeister für die gesamte Stadtgesellschaft."

Unterstützung vom "Prinzen"-Sänger

Um die Wahl Dornacks zu verhindern, hatte ein überparteiliches Bündnis für Demokratie und Toleranz eine Online-Petition initiiert. Unter anderem hatten Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff für Schenk geworben. Es gehe um eine klare Abgrenzung zur AfD und die Reputation Sachsen-Anhalts, so Haseloff.

Im Süden Sachsen-Anhalts war die AfD zuletzt im Juli erfolgreich gewesen: In der Stadt Raguhn-Jeßnitz (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) hatte sich Hannes Loth bei der Bürgermeisterwahl durchgesetzt. Zuvor war im südthüringischen Sonneberg Robert Sesselmann als bundesweit erster AfD-Landrat gewählt worden. Dies hatte die Debatte über den aktuellen Höhenflug der AfD weiter angefacht, die der Verfassungsschutz bundesweit als Verdachtsfall im Bereich Rechtsextremismus einstuft.

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