US-Feiern nach Bin-Laden-Tötung "Yes we did!"

US-Präsident Obama verkündet den Tod von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden - und kurz darauf strömen Tausende Amerikaner auf die Straßen Washingtons vor das Weiße Haus. Die Stimmung erinnert an ein Volksfest. Die Menschen feiern das Ende des "Erzfeindes" der USA.

Von Wolfgang Jaschensky, Washington

Im Weißen Haus brennen noch Lichter. Tausende Menschen stehen dicht gedrängt direkt am Zaun an der Pennsylvania Avenue und starren gebannt auf den Sitz des Präsidenten - wohl in der Hoffnung, der Hausherr würde sich sehen lassen und dem jubelnden Volk zuwinken.

Gelöste Stimmung in Washington: Vor dem Weißen Haus feiern Tausende Amerikaner den Tod von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden.

(Foto: REUTERS)

Diesen Gefallen tut ihnen Barack Obama nicht. Den Triumph, Osama bin Laden, den gefürchteten Führer des Terrornetzwerks al-Qaida, endlich gefasst zu haben, hat der US-Präsident in ein nüchternes, neun Minuten langes Statement gepackt.

Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Kurze Zeit später sind vor dem Weißen Haus die ersten Fahnen zu sehen. Fernsehnachrichten, Freunde und Facebook: Alle verbreiten die Nachricht und so machen sich Tausende Amerikaner auf, um bin Ladens Tod zu feiern.

Stimmung wie auf einem Volksfest

"Das ist ein großer Moment, gerade für die Menschen meiner Generation", sagt der 23-Jährige Jeff Kollum. "Wir sind mit dem Krieg gegen den Terror groß geworden, die Angst vor dem Al-Qaida-Terror hat unsere Jugend bestimmt. Das ist jetzt vorbei."

Die Stimmung auf der Pennsylvania Avenue und dem dahinter liegenden Lafayette Square erinnert an ein Volksfest. Eine Horde junger College-Studenten zieht "USA, USA" skandierend eine gigantische US-Flagge über die Köpfe, viele haben sich Plakate gebastelt ("Hell yes, we got him!") oder recyceln alte Transparente ("Yes we can" und "Yes we did"). Polizisten lehnen entspannt an ihren Dienstwagen.

Angespannt sind nur die Journalisten, die aufgeregt durch die Menge ziehen, um Stimmen einzufangen, und die Techniker, die gleichzeitig ihre Übertragungswagen aufbauen. Auf allen Kanälen wird der Tod von America's Most Wanted Man analysiert: Was bedeutet bin Ladens Tod für al-Qaida, was für Amerika - und was für Obama? Die Antworten auf diese Fragen sind so zahlreich wie die Sender, die die Fragen stellen.

Osama bin Laden

Gesicht des Terrors