Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt Was über die Opfer bekannt ist

Ein Polizist am Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz.

(Foto: Getty Images)
  • Von den zwölf Todesopfern sind inzwischen neun identifiziert.
  • Mindestens vier Ausländer, jeweils aus Tschechien, Italien, Israel sowie der Lastwagenfahrer aus Polen, sind bei dem Anschlag ums Leben gekommen.
  • Auch mehrere Deutsche sind unter den Opfern.
Von Benjamin Moscovici

Zwölf Menschen sind bei dem verheerenden Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz getötet worden. 53 Menschen wurden zudem verletzt, 14 von ihnen schwer, einige kämpfen noch immer um ihr Leben. Bislang konnten neun Todesopfer identifiziert werden, teilte der Generalbundesanwalt mit.

Unter den toten Deutschen sind nach Angaben des Brandenburger Innenministeriums ein 32 Jahre alter Mann aus Brandenburg an der Havel und eine 53-jährige Frau aus dem Landkreis Dahme-Spreewald. Auch eine Israelin ist unter den Todesopfern, erklärte das Außenministerium in Jerusalem. Die Frau sei mit ihrem Mann auf dem Weihnachtsmarkt gewesen und nach dem Anschlag am Montagabend als vermisst gemeldet worden. Ihr Mann, ebenfalls israelischer Staatsbürger, wurde bei der Attacke schwer verletzt. Er sei mehrmals operiert worden, schwebe aber nicht mehr in Lebensgefahr, heißt es auf der israelischen Nachrichtenseite ynet. Das Ehepaar habe zwei erwachsene Kinder. Sie seien nach Berlin gereist, um bei der Identifizierung zu helfen.

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Auch ein tschechischer Staatsbürger sei unter den Toten, sagte Christian Steiof, Chef des Landeskriminalamtes am Freitag. Weitere Details nannte er nicht.

Zu den Toten zählt auch der polnische Fahrer des Sattelschleppers, mit dem der Attentäter in den Weihnachtsmarkt gerast war. Die Polizei fand den 37-jährigen Łukasz U. erschossen auf dem Beifahrersitz des Lasters. Seinem Arbeitgeber zufolge war er schon seit Montagnachmittag nicht mehr erreichbar. Die genauen Umstände seines Todes sind bislang unbekannt. Als der Lkw zum Stehen kam, soll der Pole noch gelebt haben. Den Ermittlern zufolge sah es so aus, als habe in der Fahrerkabine ein Kampf stattgefunden.

Zu den Schwerverletzten gehört auch der Spanier Inaki Ellakuria. Der 21-jährige Erasmus-Student aus Bilbao schrieb wenige Stunden nach dem Anschlag auf Twitter: "Er hat mich überrollt und beide Beine überfahren." Er erlitt einen dreifachen Bruch an den Beinen. Außerdem wurde er an der Hüfte verletzt. Gemeinsam mit zwei Freundinnen habe er auf dem Platz neben der Gedächtniskirche gestanden, als der Lastwagen kam. "Ich hörte, wie er gegen den ersten Stand fuhr, ich drehte mich um und hatte ihn vor meinem Scheiß-Gesicht." Es sei der "schlimmste Schmerz" gewesen, "den ich je in meinem Leben ertragen musste".

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