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Ägypten:Familie Mubarak hat vorgesorgt

Er regiert länger als fast alle Pharaonen, seine Reden sind wie Schlafmittel und er hat Milliarden auf Auslandskonten verschoben: Ägyptens Präsident Mubarak bereicherte sich schamlos, während das Volk verarmte - darum sind seine politischen Erfolge vergessen.

Nur zwei Herrscher haben das Nilland in seiner sechstausendjährigen Geschichte länger regiert als Hosni Mubarak. Der eine ist der Pharao Pepi II., der schon als Kind auf den Thron kam, er herrschte 94 Jahre. Der andere ist Mohammed Ali Pascha, er brachte es als Gründer der modernen ägyptischen Monarchie auf 43 Jahre. Der jetzige Präsident kam nach der Ermordung seines Vorgängers Anwar el-Sadat am 14. Oktober 1981 ans Ruder. Sein 30. Dienstjahr wird er wohl nicht mehr vollenden.

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Sein Biograph Makram Ahmed behauptete: "Er will nicht den nächsten Präsidenten aussuchen. Das sollen die Leute selbst machen." Die sind gerade dabei. Seine politische Langlebigkeit hat Mubarak dem Bündnis mit Amerika zu verdanken, das Ägypten seit 1979 rund 60 Milliarden Dollar einbrachte. Mubarak hielt im Gegenzug am Frieden mit Israel fest und versicherte seinen westlichen Partner stets überzeugend, es gebe nur die Wahl zwischen ihm und den "Bärtigen". Seitdem er an der Macht ist, hat er im Ausnahmezustand regiert, der es ihm ermöglichte, jede Opposition - nicht nur die der bärtigen Islamisten - niederzubügeln, alle Wahlen zu manipulieren sowie viele Tausende Verdächtige jahrelang ohne Prozess einzusperren und die Presse an der Kandare zu halten.

Hosni Mubarak wurde in dem kleinen Ort Kuisna, 60 Kilometer nordwestlich von Kairo, im grünen Nildelta geboren, in einem Ort, den er nie mehr besuchte. Seine Heimatprovinz hat den Ruf, Ägyptens beste Esel und schlauesten Bauern hervorzubringen. Als Sohn eines Gerichtsschreibers erhielt er eine höhere Ausbildung, war ein guter Schüler, ein guter Sportler und blieb auch als Soldat lebenslang fleißig. Noch heute steht er früh auf, jahrelang spielte er danach Squash oder er turnte, bevor er an Routinetagen als ersten den Gouverneur der Zentralbank empfing, der ihm nur selten gute Nachrichten brachte. Er empfing ihn in seinem festungsartigen Palast-Areal im Vorort Heliopolis - einer grünen Oase im staubigen Kairo. Der Palast war aber wohl das einzige Ausschweifende in seinem Leben. An mondänen Vergnügungen hatte er nie Interesse. Meist war sein Abendessen um 21 Uhr beendet.

Ein Intellektueller war der Präsident nie. Charisma fehlt ihm. Selbst Funktionäre, die zur Loyalität verpflichtet sind, nutzten seine Reden häufig als Schlafmittel. Am besten verstand er sich mit dem französischen Präsidenten François Mitterrand, der Mubaraks Imitationen des libyischen Revolutionsführers Gaddafi oder des syrischen Staatschefs Hafis el-Assad amüsant fand.

Weniger Beifall fand der Ägypter allerdings, als er seinem amerikanischen Kollegen George W. Bush dringend vom Irak-Krieg abriet, der "Tausende bin Ladens" schaffen werde. Als die Amerikaner dennoch losschlugen, lautete Mubaraks Rezept: "Ernennen Sie sofort einen irakischen General zum Chef einer Übergangsregierung und gehen Sie wieder!"

Die Amerikaner aber wollten seine Rezepte nicht. Einem Besucher aus den USA vertraute er daraufhin an: "In Iran haben Sie Chomeini gekriegt, und in Palästina haben Sie der Hamas durch Wahlen Legitimität verschafft." Noch kurz vor der Revolution in Teheran war Mubarak beim Schah und schlug ihm vor, die 800 modernen Maschinen der iranischen Luftwaffe nach Ägypten zu verlegen. Doch dazu kam es nicht mehr.

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