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Erdbeben in der Ägäis:Opferzahlen steigen: Mindestens 51 Tote in der Türkei und Griechenland

Menschen stehen vor einem eingestürzten Gebäude im türkischen Izmir.

(Foto: AFP)

Mehr als 900 Menschen sind bei dem starken Beben verletzt worden. Gebäude wurden beschädigt, Wasser trat bei einem Tsunami über die Ufer. Die Suche nach Verschütteten läuft noch.

Bei einem schweren Erdbeben in der Ägäis sind in der Westtürkei mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Weitere mehr als 800 Menschen seien nach jüngsten Erkenntnissen verletzt, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am frühen Morgen. Auf der griechischen Insel Samos wurden zwei Jugendliche tot geborgen. Die Gesundheitsbehörden meldeten dort mindestens 19 Verletzte.

In der Türkei waren mehrere Gebäude eingestürzt und Menschen verschüttet worden. Der Gouverneur der Provinz Izmir sagte, etwa 70 Menschen seien bereits lebend aus den Trümmern geborgen worden, nach weiteren Verschütteten werde gesucht. Der Sender TRT zeigte Bilder von eingestürzten Mehrfamilienhäusern und von Staubwolken über der Stadt Izmir. Es wurde von Panik auf den Straßen während des Bebens berichtet, Telefonverbindungen seien unterbrochen gewesen.

Auf der griechischen Insel Samos wurden am Freitagmittag zwei 17 Jahre alte Jugendliche tot geborgen worden. Griechischen Medienberichten zufolge waren das Mädchen und der Junge in der Kleinstadt Vathy nach der Schule zu Fuß auf dem Weg nach Hause, als wegen des Bebens in einer engen Gasse Hauswände einstürzten. Zuvor hatten griechische Behörden von acht Verletzten berichtet, die nach dem Erdbeben ins Krankenhaus der Insel gebracht worden waren. Über weitere Verletzte oder Tote herrscht noch Unklarheit.

Ein weiterer Tsunami ist zu befürchten

Das erste Beben hatte nach Angaben der nationalen türkischen Katastrophenbehörde eine Stärke von 6,6. Die für Erdbeben zuständige US-Behörde USGS gab die Stärke des Bebens sogar mit 7 an. Das Zentrum habe in der Ägäis vor der türkischen Provinz Izmir, rund 16 Kilometer nördlich der griechischen Insel Samos gelegen, berichteten türkische und griechische Medien.

In der griechischen Kleinstadt Vathy gab es einen Tsunami. Griechische Fernsehsender zeigten Bilder von der überfluteten Küstenpromenade, wo das Wasser Autos wegspülte. Der Strom fiel aus. Auch auf Bildern aus dem türkischen Seferihisar waren überflutete Gassen zu sehen. Experten warnten im Interview mit TRT vor einem möglichen weiteren Tsunami. Erdbeben-Institute berichten bereits über erste Nachbeben weiter westlich des Hauptbebens, mehrere davon über 4.

EU und Nato bieten Hilfe an

Das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam informierte am Freitagmittag ebenfalls über das "schwere Erdbeben mit einem Tsunami". Nach GFZ-Berechnungen erreichten die Wellen Höhen von mehr als 1,5 Metern. Sie könnten an der Küste womöglich bis zu drei Meter hoch auflaufen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan richtete sich in einem Tweet an die Bevölkerung. Man stehe den vom Erdbeben betroffenen Menschen mit allen Mitteln bei. In Griechenland ist der stellvertretende Bürgerschutzminister auf dem Weg nach Samos. Verschiedenen Berichten zufolge soll das Beben in der türkischen Metropole Istanbul und bis in die griechische Hauptstadt Athen zu spüren gewesen sein.

Die Europäische Union und die Nato wollen der Türkei und Griechenland nach dem Unglück beistehen. "Ich bin in Gedanken bei allen, die betroffen sind", schrieb EU-Ratschef Charles Michel auf Twitter. "Die EU hält sich bereit, Unterstützung zu leisten." Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg boten Hilfe an.

© SZ/dpa/mkoh/nas

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