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Vietnam:Viele Tote und Vermisste nach Sturm "Molave"

Auch diese Hütten wurden bei einem Erdrutsch zerstört.

(Foto: Lai Minh Dong/AP)

Heftiger Wind, meterhohe Wellen, Erdrutsche: Es handelt sich um den stärksten Sturm in Zentralvietnam seit 20 Jahren. Und weitere schwere Unwetter mit Überflutungen drohen.

Infolge des Taifuns Molave sind in Vietnam Dutzende Menschen zu Tode gekommen. Allein bei zwei durch den Sturm verursachten Erdrutschen sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Fast 50 weitere Personen wurden nach den Schlammabgängen in der ländlichen Provinz Quang Nam im Zentrum des Landes vermisst, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten.

In der Provinz Binh Dinh wurden zudem zunächst 26 Fischer vermisst, nachdem ihre Boote gesunken waren. Nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens wurden mittlerweile zwölf Leichen im Wasser gefunden.

Die Rettungsarbeiten seien schwierig, da die Zufahrtsstraßen zu den Unglücksorten von tiefem Schlamm bedeckt seien, teilte Vizeregierungschef Trinh Dinh Dung mit. Das Militär soll nun bei den Rettungsarbeiten helfen. Regierungschef Nguyen Xuan Phuc sagte, alle Methoden müssten ausgeschöpft werden, um Überlebende zu retten.

Der Taifun war am Mittwoch mit heftigem Wind, Starkregen und meterhohen Wellen über die zentralen Provinzen Quang Nam und Quang Ngai hinweggefegt. Der Wetterbehörde zufolge handelte es sich um den stärksten Sturm in dem Gebiet seit 20 Jahren. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 135 Kilometern pro Stunde riss Molave die Dächer von fast 90 000 Häusern ab, entwurzelte Bäume und überflutete Straßen. Vielerorts fiel der Strom aus.

Zuvor waren Hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht worden. Weitere Provinzen wurden gewarnt, dass es bis Sonntag zu neuen schweren Unwettern mit Überflutungen kommen könne. In den vergangenen Wochen waren immer neue Stürme mit massivem Regen über Vietnam gezogen. Es gab mehr als 100 Tote und schwere Verwüstungen.

Bereits Anfang der Woche war Molave über die Philippinen gezogen, auch dort gab es schwere Zerstörungen. Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben, vier weitere wurden noch vermisst. Derweil steuerte ein neuer Tropensturm auf die Philippinen zu. Goni könnte sich zu einem Taifun steigern und am Freitag oder am Wochenende die gleichen Gebiete auf den Philippinen treffen, die bereits Anfang der Woche betroffen waren, teilte die Katastrophenschutzbehörde des Landes mit.

© SZ/dpa/mkoh/afis
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