Super-GAU in Fukushima-1 Regen lässt Pegel von radioaktivem Wasser steigen

Noch immer ist es nicht gelungen, das Kühlsystem im Reaktorblock 1 der Atomanlage Fukushima-1 zu reparieren. Extrem strahlendes Wasser aus dem Reaktorkern behindert die Arbeiten. Nun steigt auch noch der Wasserspiegel aufgrund von Regenfällen weiter an.

Im zerstörten japanischen Kernkraftwerk Fukushima-1 bekommen die Helfer die Probleme mit radioaktivem Wasser weiterhin nicht in den Griff. Die Betreibergesellschaft Tepco hat festgestellt, dass im Wasser am Boden des Reaktorgebäudes 1 die Radioaktivität etwa zehntausend Mal größer ist als unter normalen Umständen im Kühlwasser innerhalb eines Reaktors.

Arbeiter in der Atomanlage Fukushima-1: Das Wasser am Boden des Reaktorgebäudes 1 strahlt extrem stark.

(Foto: AFP)

Das strahlende Material stammt vermutlich von den geschmolzenen Brennstäben im Reaktor und tritt aus dem Druckbehälter aus. Und der Wasserpegel steigt offenbar. Das meldet die japanische Nachrichtenagentur Jiji.

Als Tepco-Mitarbeiter am 13. Mai das Gebäude untersuchten, mussten sie feststellen, dass im Keller das Wasser 4,2 Meter hoch stand. Es handelt sich vermutlich um Wasser, mit dem der Reaktorbehälter und der Sicherheitscontainer gekühlt wird, und das durch ein Leck ausgetreten ist. Die Anlagenbetreiber haben große Schwierigkeiten, den Reaktorkern von außen weiter mit Kühlwasser zu versorgen, und zugleich das austretende verstrahlte Wasser zu entsorgen, bevor es ins Meer oder ins Erdreich gelangt.

Noch immer ist es nicht gelungen, das reguläre Kühlsystem der Anlage zu reparieren, da ein Einsatz der Arbeiter in den überfluteten Bereichen zu gefährlich ist.

Nun steigt das Wasser - und zwar aufgrund der schweren Regenfälle, die in der Region am Sonntag eingesetzt haben. Jiji meldete, dass das Wasser am Montag eine Höhe von 4,6 Metern erreicht hat. Wie darüber hinaus der Staatssender NHK berichtete, steigt das Wasser auch in den Turbinengebäuden von Reaktor 2 und 3 mittlerweile um drei bis vier Millimeter pro Stunde.

Tepco hatte Mitte Mai die Installation einer Anlage angekündigt, mit der radioaktive Substanzen aus dem Wasser in den Gebäuden gefiltert und das Wasser zugleich zur Kühlung der Reaktoren eingesetzt werden soll. Die Anlage dürfte aber erst im Juli betriebsbereit sein.

Wie das Unternehmen erklärte, tritt nun auch noch Öl aus den Reaktorgebäuden 5 und 6 ins Meer. Die Menge ist noch unklar. Nun werden Barrieren vorbereitet, um zu verhindern, dass das Öl sich ausbreitet. Die Ursache ist noch unklar. Möglicherweise wurden während des Erdbebens am 11. März Öltanks der beiden Reaktorgebäude beschädigt.

Etliche Wochen, nachdem drei Tepco-Angestellte im Reaktorblock 1 hoher Strahlung ausgesetzt waren, zeigen sich nun weitere Folgen des Vorfalls. Zwei der Mitarbeiter weisen eine Belastung der Schilddrüse durch Jod-131 auf, wie die Japanische Atomenergiebehörde festgestellt hat. In dem Organ reichert sich Jod besonders stark an. Handelt es sich dabei um die radioaktiven Isotope des Elements, besteht das Risiko von Schilddrüsenkrebs.

Das Atomkraftwerk Fukushima -1 war durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami am 11. März schwer beschädigt worden. Seither tritt Radioaktivität aus. Es ist die schwerste Atomkatastrophe weltweit seit Tschernobyl.

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