Südkorea:Gelungene Virusbekämpfung, unfreiwilliges Outing

LGBT Supporters Gather At The Seoul Queer Culture Festival

Lieber hinter der Maske verstecken? Ein Teilnehmer des queeren Kulturfestivals in Seoul im Sommer 2019.

(Foto: Chung Sung-Jun/Getty Images)

Kaum ein Land verfolgt so konsequent positive Corona-Fälle nach wie Südkorea. Das macht es der LGTBQ+-Community schwierig, ihre Privatsphäre zu wahren. Doch sich öffentlich zu outen, ist immer noch riskant.

Von Thomas Hahn, Seoul

Die Farben des Regenbogens sind nicht so leicht zu finden in Seoul. Zumindest nicht, wenn es um die Regenbogenfarben geht, die für den Klub Chingusai stehen, für die Menschenrechtsgruppe schwuler Männer, die ihre kleine Zentrale in den lebendigen Straßen des Bezirks Jongno hat. Generaldirektor Lee Jong-geol erklärt am Telefon mit viel Geduld den Weg an Ecken und Geschäften vorbei bis zu einer unscheinbaren Tür neben einem Gemischtwarenladen. Eine schmale Treppe führt in den ersten Stock. Auf dem Weg nach oben kann man eine Galerie mit Porträtbildern von prominenten Homosexuellen betrachten, dem Tennisidol Martina Navratilova, Popstar Elton John, Berlins ehemaligem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Im Gemeinschaftsraum des Klubs sitzt Lee Jong-geol, 44, und will davon erzählen, was es bedeutet, im modernen Tigerstaat Südkorea ein Mitglied der LGTBQ+-Gemeinde zu sein, der Sammelbewegung für sexuelle Minderheiten.

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