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Sternenhimmel Mai:Merkurs Mückenflug

Mai 2021, zum Beitrag von H. Hornung, Sternkarte, Sternenhimmel
(Foto: M. Rothe)

Im Mai bieten sich gute Chancen, den Planeten Merkur am Himmel zu sehen. Nur sollte man wissen, wann man nach ihm sucht, denn das Beobachtungsfenster ist schmal.

Von Helmut Hornung

Highlight: Wer Merkur noch nie am Firmament gesehen hat, dem bieten sich im Mai gute Chancen. Der nach dem römischen Götterboten benannte Planet löst sich jedoch immer nur kurz aus den Strahlen der Sonne, die er in 88 Tagen einmal umläuft und der er sich bis auf 46 Millionen Kilometer annähern kann. Von der viel weiter entfernten Erde aus betrachtet erscheint Merkur wie eine Mücke, die in engen Kreisen eine helle Lampe umschwirrt.

Auf seiner Runde gelangt der Planet am irdischen Himmel stets in wechselnden Winkelabständen zur Sonne: In oberer und unterer Konjunktion steht er jeweils in derselben Richtung wie sie und bleibt unsichtbar. Dazwischen erreicht der Planet seine maximalen Distanzen vom Tagesgestirn - wie am 17. Mai bei der größten östlichen Elongation. Das bedeutet, dass Merkur nach Sonnenuntergang als Sternchen dicht über dem Nordwesthorizont schimmert.

Wie schmal das Beobachtungsfenster ist, zeigen die Zahlen vom 10. Mai: Zwar geht Merkur dann erst kurz vor 23 Uhr unter, wird aber schon eine halbe Stunde zuvor vom Dunst verschluckt. Und erst gegen 21.45 Uhr ist es dunkel genug, um den Planeten mit bloßem Auge zu erspähen. Am Abend des 13. Mai hilft der Mond als Wegweiser: Seine schmale Sichel zieht in geringem Abstand südlich an Merkur vorbei.

Mai 2021, zum Beitrag von H. Hornung, Sternkarte, Sternenhimmel
(Foto: M.Rothe)

Sterne und Sternbilder: Am späten Abendhimmel dominieren Bootes, Jungfrau und Löwe das Geschehen im Süden und Südwesten. Im Südosten funkeln die Sterne von Herkules und Krone, während knapp über dem südöstlichen Horizont Antares im Skorpion blinkt. Hoch im Norden prangt kopfüber der Große Wagen; die fünffache Verlängerung seiner beiden hinteren Kastensterne nach unten führt zum Polarstern in der Deichsel des Kleinen Wagen. Im Nordwesten schimmern Zwillinge und Fuhrmann, im Nordosten Leier und Schwan. Das markante "W" der Kassiopeia steht genau im Norden.

Planeten, Mond und Meteore: Tief im Nordwesten zeigt sich neben Merkur auch Venus. Deren Auftritt als Abendstern wird in den nächsten Wochen allerdings nicht ganz so glanzvoll ausfallen wie gewohnt. Mars in den Zwillingen ist auffällig in der ersten Nachthälfte. Jupiter im Wassermann und Saturn im Steinbock schmücken den Morgenhimmel. Der Fahrplan des Mondes: Letztes Viertel am 3., Neumond am 11., Erstes Viertel am 19. und Vollmond am 26. Mai. Die Eta-Aquariden flitzen den gesamten Monat über den Himmel, in der Nacht zum 6. Mai erreichen sie ihr Maximum. In den frühen Morgenstunden können dann pro Stunde um die 50 Sternschnuppen fallen. Die kosmischen Krümel stammen übrigens von dem berühmten Kometen Halley.

© SZ/moge
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