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Skisport:Mangelnde Fitness

Skifahren ist Ausdauersport und nur im Winter möglich. Viele Skifahrer stehen also nur wenige Tage im Jahr auf der Piste und sind noch dazu ungenügend vorbereitet. Schon kurzes Aufwärmen mit Armkreisen, Knie hochziehen und Dehnen kann helfen, das Verletzungsrisiko einzuschränken. Im Grunde sollten sich Skifahrer aber das ganze Jahr über mit Joggen oder Radfahren fit halten. Hier stellt DSV-Mann König bereits eine Verbesserung fest: "Die Leute, die heutzutage auf den Pisten unterwegs sind, sind fitter als früher." Aber es gebe nach wie vor Ausreißer: Skifahrer, die ungeübt einmal im Jahr auf den Brettern stünden und sich der Gefahr gar nicht bewusst seien, die sie für andere bedeuteten, so König.

Mangelnder Schutz, ungeeignetes Material

Man sieht sie zwar immer seltener, aber es gibt sie noch: Skifahrer, die ohne Helm und ohne Skibrille auf den Pisten unterwegs sind. Dabei lassen sich mit der richtigen Ausrüstung viele Unfälle vermeiden. Skibrillen schützen gegen die höhere UV-Strahlung und verbessern die Sicht. Rückenprotektoren sind besonders für Snowboarder, die im Funpark Sprünge absolvieren, und für Tiefschneefahrer hilfreich. Aber auch Skifahrer, die mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, sollten ihren Rücken von der Halswirbelsäule bis zum Steißbein mit Protektoren schützen.

Unverzichtbar ist in jedem Fall ein Helm. Sicherheitsexperte König zufolge haben Skihelme in den vergangenen drei Jahren den Anteil der Kopfverletzungen an allen Verletzungen von zehn Prozent auf sieben Prozent verringert. Von einer Helmpflicht will der DSV aber nichts wissen: "Die Leute sind auch ohne Verpflichtung bereit, sich einen Helm aufzusetzen", so König.

Wer einen Helm aussucht, sollte bereits beim Kauf darauf achten, dass er gut sitzt. Alle drei bis fünf Jahre sollten Skifahrer ihren Helm austauschen, auch wenn er nach außen noch intakt erscheint. Kleinere Risse sind oft nicht sichtbar und beeinträchtigen den Schutz.

Wichtig außerdem: die Skibindung im Fachhandel einstellen lassen - individuell auf Körper- und Schuhgröße, Gewicht und Fahrweise. Wer auf der Piste schnell die Ski mit jemand anderem tauscht, kann auch bei gleicher Schuhgröße und Gewicht ganz andere Anforderungen haben. Bei Skischuhen gilt: Auch wenn die alten die bequemsten sind, bietet ihr Material mit der Zeit nicht mehr ausreichend Halt.

Abseits fahren

Immer mehr Skifahrer wollen im Tiefschnee im ungesicherten Gelände fahren, weil hier viele mehr Fahrspaß finden. Allerdings sind damit enorme Gefahren verbunden: Verborgene Steine oder Felsen und vor allem die Lawinengefahr. Auch Michael Schumacher war vor seinem Unfall abseits der Pisten unterwegs. Vielen Hobbyfahrern fehlen Erfahrung und Ausrüstung. Und wer mit Sonde, Schaufel, Piepser ausgestattet ist, kann mit ihnen nicht immer umgehen.

Allgemein gilt abseits der Pisten die sogenannte Verkehrssicherungspflicht der Pistenbetreiber nicht mehr. Das heißt: Wer dort fährt, ist für sich selbst verantwortlich.

Alkohol auf der Piste

Zum Skifahren gehört für viele auch die Gemütlichkeit - und dazu gehören auch ein oder mehrere Stamperl Schnaps auf der Skihütte. Besonders, wenn es kalt ist und der Alkohol vermeintlich von innen wärmt. Die Folgen auf der Piste können fatal sein: Viele unterschätzen die Wirkung von Alkohol. Sehvermögen, Konzentration und Reaktionsfähigkeit lassen nach, die Risikobereitschaft steigt. Das Unfallrisiko ebenfalls.