SZ-Kolumne "Bester Dinge":Drei Komma Zahlensalat

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(Foto: Uwe Zucchi/dpa)

Schweizer Forscher haben die Kreiszahl Pi mit nie zuvor erreichter Präzision berechnet. Damit sind nun mehr als 62 Billionen Nachkommastellen bekannt.

Von Patrick Illinger

Wenn Bergsteiger gefragt werden, warum sie sich das antun, einen extremen Gipfel zu besteigen, sagen sie manchmal: Weil er da ist, der Gipfel. Mit ähnlicher Geisteshaltung wird seit vielen Jahren immer wieder der Rekord für die meisten Nachkommastellen der Kreiszahl Pi gebrochen. Warum? Weil sie da ist, die Kreiszahl Pi.

Tatsächlich war die Entdeckung von Pi einer der schönsten Gipfel, den Mathematiker je bezwungen haben. Schon den Denkern der Antike war klar, dass die Rundung eines Kreises eine irgendwie unrunde Sache ist. Zumindest lässt sich das Verhältnis von Umfang zu Durchmesser eines Kreises weder in einer sogenannten rationalen Zahl (als Bruch) noch als reelle Zahl (zum Beispiel als Wurzel) darstellen. 22 geteilt durch 7 war eine Zeitlang im Rennen, nicht schlecht, schließlich ergibt das 3,14..., stimmt also auf zwei Nachkommastellen mit Pi überein, was ungefähr das ist, was man aus dem Schulunterricht noch kennt. Aber schon ab der dritten Kommastelle passt es nicht mehr. Kurz gesagt: So einfach lässt sich Pi nicht kriegen, Mathematiker sprechen von einer transzendenten Zahl.

Und eine solche lässt sich nur näherungsweise berechnen. Die beste für Computer geeignete Näherungsmethode ist unter Wissenschaftlern so umstritten wie die Frage, welche Berggipfel die schönsten sind. Den Weltrekord in Sachen Nachkommastellen von Pi haben nun Forscher der Fachhochschule Graubünden gebrochen. 62,8 Billionen Nachkommastellen haben sie ermittelt, 12,8 Billionen mehr als die bisherigen Rekordhalter. Und zweifellos mehr als jeder Pi-Kommastellenmerker bei "Wetten, dass..?" je aufsagen könnte.

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