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Nepal:85-Jähriger stirbt bei Rekordversuch am Mount Everest

Bersteiger überqueren einen Gletscher am Basislager des Mount Everest (Foto vom Februar 2016).

(Foto: AP)
  • Der 85-jährige Min Bahadur Sherchan ist bei dem Versuch gestorben, als ältester Mensch den Mount Everest zu erreichen.
  • Die Behörden in Nepal erwarten in diesem Jahr eine Rekordzahl von Bergsteigern, die den höchsten Berges der Welt bezwingen wollen - demnach wurden 373 Lizenzen vergeben.

Der Nepalese Min Bahadur Sherchan ist bei dem Versuch gestorben, der älteste Bezwinger des Mount Everest zu werden. Der 85-Jährige sei im Basislager am Samstagabend plötzlich verstorben, teilte die Bergsteigerbehörde mit. Als Ursache wurde ein Herzstillstand vermutet.

Serchan wollte sich den Weltrekord als ältester Mount-Everest-Besteiger zurückholen. Vor neun Jahren hatte er mit 76 den Berg schon einmal bezwungen und war damit der älteste Mensch auf dem 8850 Meter hohen Gipfel. 2013 brach der damals 80 Jahre alte Japaner Yuichiro Miura diesen Rekord.

Für seinen neuen Versuch absolvierte Serchan ein mehrmonatiges Training. Er habe keinerlei Probleme mit der Atmung bekommen und auch sein Blutdruck sei normal, sagte der 17-fache Großvater und sechsfache Urgroßvater noch im April. Er sei in den Bergen geboren und habe mit der Höhenluft und ihrem geringen Sauerstoffgehalt keine Schwierigkeiten. Als erneuter Weltrekordler wollte er nach eigenen Worten seine Bekanntheit nutzen, um in die Konfliktzonen der Welt zu reisen und für den Frieden zu werben.

Rekordzahl an Bergsteigern

Auf den höchsten Berg der Welt könnte sich in diesem Jahr eine Rekordzahl an Bergsteigern wagen - jedenfalls haben besonders viele den ersten Schritt dazu schon geschafft: Insgesamt 372 Personen haben eine gültige Lizenz zum Aufstieg erworben.

"Wir haben 2017 die größte Zahl an Lizenzen seit vielen Jahren vergeben", sagte Durga Dutta Dhakal, ein leitender Beamter im Amt für Tourismus. Hinzu kommen noch etwa 400 lokale Bergführer, Köche und Gepäckträger, die die Bergsteiger beim Aufstieg unterstützen. Insgesamt werden sich demnach 42 Expeditionsteams auf dem Weg zum 8848 Meter hohen Gipfel machen.

Die ersten könnten bereits am Wochenende den Aufstieg schaffen. "Diesen Samstag werden sich die ersten Sherpas auf den Weg zum Gipfel machen", sagte Temba Tsheri Sherpa, Organisator einer der Expeditionen. "Sie werden die ersten sein, die den Berg in dieser Saison komplett besteigen." Das Wetter werde wahrscheinlich an diesem Wochenende oder kommende Woche erstmals in dieser Saison gut genug sein, um den Aufstieg zu wagen. In der Regel geht die Saison am Everest von April bis Mai.

Viele Lizenzen stammen noch aus dem Jahr 2015

Ein Grund für die hohe Zahl der registrierten Kletterwilligen ist Dutta Dhakal zufolge, dass viele noch Lizenzen aus dem Jahr 2015 besitzen, deren Gültigkeit nach einer abgesagten Saison verlängert wurde. Damals hatte ein schweres Erdbeben eine Lawine ausgelöst, die auf das Basislager niederging. Dabei wurden 19 Bergsteiger getötet, 61 verletzt. Schon 2014 hatte eine Lawine am Khumbu-Gletscher 16 Bergführer getötet.

Vergangenes Jahr setzte dann bei besonders vielen Alpinisten der Bergruf ein: 289 Bergsteiger in 34 Teams erwarben eine Lizenz - eine Rekordzahl, die von der aktuellen wiederum übertroffen wurde. Dass viele Bergsteiger ihre Erlaubnis verfallen lassen, ist unwahrscheinlich: Pro Person werden dafür 11 000 US-Dollar fällig.

© SZ.de/dpa/AP/ees/ihe/afis
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