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Königliche Geburt in London:Darauf hat die Welt gewartet

Wochen, zäh wie Kaugummi, liegen hinter den Briten. Jetzt dürfen sie endlich auf den Auslöser ihrer Kamera drücken und die Souvenirs in die Schaufenster räumen: Das Baby von Herzogin Catherine und Prinz William ist da. Den kleinen Jungen erwarten ein riesiger Spielplatz und ein öffentliches Leben.

Aufsehenerregendes gibt es in der South Wharf Road im Londoner Stadtteil Paddington auf den ersten Blick nicht zu entdecken. Modernes Nutzgebäude mit Fassadenelementen in knalligem 90er-Jahre-Blau auf der einen Straßenseite, Klinkergebäude hinter schlankem Metallzaun auf der anderen. Geparkte Autos, Schulkinder in Uniform.

Press gather outside St Marys hospital for Duchess of Cambridge r

Schon Anfang Juli besetzten britische Fotografen auf dem Gehweg vor dem Lindo-Flügel des St Mary's Hospital die besten Plätze. 

(Foto: dpa)

Und trotzdem harrten dort in den vergangenen Wochen etliche Fotografen aus, bei Tag und Nacht. Hockten auf Trittleitern, schraubten an ihren Teleobjektiven, justierten die Filmkamera auf ihrem Stativ. Und ließen die elegante Holztür in der Backstein-Fassade keine Sekunde aus den Augen. Diese Tür führt nämlich zum privaten Lindo-Flügel des altehrwürdigen St Mary's Hospital - in die Räume, wo am Montagnachmittag Herzogin Catherine ihr erstes Kind zur Welt gebracht hat.

Um 16:24 Uhr Uhr sei das Kind geboren worden, 3800 Gramm schwer, teilte der Buckingham-Palast mit. Dem Jungen gehe es ebenso wie der Mutter gut.

Mehr als eine Woche nach dem von den Medien auf der Insel errechneten Geburtstermin kam am Montagmorgen die erlösende Bestätigung aus dem Kensington-Palast: "Ihr Königliche Hoheit, die Herzogin von Cambridge, ist in einem frühen Stadium der Wehen ins St Mary's Hospital, Paddington, London, eingeliefert worden", hieß es in der dürren Mitteilung. Mit einem Privatwagen und durch einen Nebeneingang gelangte Catherine gegen 5:30 Uhr in den Lindo-Flügel, wo sich Marcus Setchell um die 31-Jährige bemühte.

Der Gynäkologe, der 18 Jahre lang als Leibarzt in Diensten der Queen stand, hatte extra seinen Ruhestand verschoben, um sich persönlich um die royale Niederkunft zu kümmern. Hubschrauberpilot Prinz William verbrachte das Wochenende gemeinsam mit seiner Frau im Londoner Kensington Palace und war von Anfang an auf der Entbindungsstation dabei.

Den ersten Hinweis darauf, dass sich das Warten gelohnt und der nervtötende Zeitvertreib mit Doppelgängern und Straßenkünstlern ein Ende hatte, erhielten Journalisten und andere Neugierige, als ein Palastbeamter den scharf observierten Eingang an der South Warf Road verließ. Denn in seiner Tasche trug er ein von Catherines Ärzten unterzeichnetes Dokument, das die Geburt der Nummer drei in der britischen Thronfolge bestätigt.

Crowds of people try to look at a notice formally announcing the birth of a son to Britain's Prince William and Catherine, Duchess of Cambridge, in the forecourt of Buckingham Palace, in central London

Der Sohn von William und Kate ist geboren: Fans jubeln vor dem Buckingham Palace, wo die Geburt auf einer goldenen Tafel bekanntgegeben wurde.

(Foto: Reuters)

Der Tradition gemäß waren zu allererst die Urgroßmutter des Kindes, Königin Elisabeth II., der britische Premier David Cameron sowie die Generalgouverneure aller Commonwealth-Staaten über die Geburt informiert worden. Der Rest der Welt und des Vereinigten Königreichs erlangte in dem Moment endgültige Gewissheit über das freudige Ereignis, da das besagte Papier in einen goldenen Rahmen gesteckt und auf einer Staffelei vor dem Buckingham-Palast ausgestellt wurde. Gleichzeitig wurde die Geburt per Twitter bekanntgegeben:

Viel mehr als auf dem offiziellen Dokument zu lesen ist, dürfte über das Kind erst mal aber nicht bekannt werden. Bis zur Verkündung des Namens etwa wird sich das Volk noch mindestens einige Tage (wie einst bei William) oder gar einen ganzen Monat (wie bei Charles) gedulden müssen. Ginge es nach den Wettanbietern des Königreichs, hätten sich die künftigen Untertanen des Kindes gut eine Woche vor dessen Geburt für James entschieden.

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