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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Der Dürre sei Dank

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(Foto: Valentyn Semenov/imago images/Shotshop)

In Taiwan passiert einem Mann beim Stand-up-Paddling ein Malheur - und er lässt sein Handy ins Wasser fallen. Ein Jahr später hilft ihm eine Naturkatastrophe.

Von Oliver Klasen

Seit Monaten regnet es nicht im Inneren Taiwans, die schlimmste Dürre seit 50 Jahren. Das ist verheerend für Flora und Fauna, aber für Herrn Chen hat es etwas Gutes. Chen hatte vor einem Jahr Urlaub an einem Gewässer mit dem touristisch sicher gut zu vermarktenden Namen Sonne-Mond-See gemacht. Dort, so zeigt ein Internet-Video, hatte er sich im Stand-up-Paddling versucht. Vorsichtig, wie Herr Chen ist, hatte er sein Smartphone in eine Klarsichthülle gesteckt und es sich um den Hals gehängt, doch als er einen Moment unaufmerksam war - schwupps -, rutschte es ins Wasser.

Man kennt das: Mal fällt das Handy beim Toilettengang in die Schüssel, mal klopft einem ein Kumpel einen Tick zu fest auf die Schulter, und das Ding landet im Fluss, das Leuchten des Displays unter Wasser sieht absurd schön aus. In Kalifornien wurde 2015 ein von einem Kajakfahrer verlorenes Handy nach Monaten sogar aus dem Pazifik gefischt - und funktionierte noch.

In von Techniknerds gefüllten Foren wird regelmäßig erklärt, wie man die Lautsprecher nass gewordener Telefone mittels Föhnen oder Abspielen bestimmter Töne wieder flottbekommt. Und die Hersteller haben ihre Produkte inzwischen halbwegs wasserdicht gemacht.

Davon profitierte auch Herr Chen. Er bekam eine Nachricht, dass sein Telefon auf dem Grund des trockengefallenen Sees aufgetaucht sei. Geht alles noch, stellte er fest, nachdem er Handy und Hülle von Erde befreit hatte. Wenn jetzt noch jemand das schwimmende Smartphone erfände, stünde dem nächsten Paddelausflug nichts mehr im Wege.

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© SZ/vwu
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