First Lady:Feindliche Nachrichten in der Air Force One

Donald Trump, Melania Trump, Barron Trump

Der falsche TV-Sender in der Air Force One hat bei den Trumps Ärger ausgelöst.

(Foto: AP)
  • Einem Bericht der New York Times zufolge hat es "einen kleinen Aufruhr" gegeben, weil das Fernsehgerät von Melania Trump in der Air Force One nicht auf den Sender Fox eingestellt war, sondern auf CNN.
  • Donald Trump beschwerte sich daraufhin bei seinen Mitarbeitern.
  • Eine Sprecherin der First Lady sagte, Melania Trump schaue "jeden Sender, den sie will".

Was ist passiert?

Die First Lady schaut offenbar CNN und ihrem Ehemann passt das gar nicht. Laut einem Bericht der New York Times war ihr Fernseher an Bord der Air Force One während der vergangenen gemeinsamen Reisen auf den Nachrichtensender eingeschaltet, den der US-Präsident immer wieder als "Fake News" bezeichnet. Die New York Times zitiert aus einer internen E-Mail von Mitarbeitern des Weißen Hauses, wonach der Vorfall "einen kleinen Aufruhr" ausgelöst hatte. Trump soll nämlich eine Fernseh-Regel aufgestellt haben: Zu Beginn jeder Reise müssen die Geräte auf den TV-Sender Fox eingestellt sein, das erklärte Lieblings-Network des US-Präsidenten.

So weit, so wenig verwunderlich. Am Mittwoch äußerte sich die Sprecherin der First Lady gegenüber CNN aber so: Melania Trump schaue "jeden Sender, den sie will".

Warum interessiert uns das?

Weil CNN von allen kritischen Medien, die Trump so gerne in der "Fake News"-Ecke verortet, so etwas wie das vorderste Hassobjekt zu sein scheint. Erst am Mittwoch (Ortszeit) wurde eine Reporterin des Senders von einer Pressekonferenz mit dem US-Präsidenten und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ausgeschlossen. Kaitlan Collins hatte Trump zuvor bei einem Fototermin mit den beiden im Oval Office mehrere unangenehme Fragen gestellt, unter anderem warum Wladimir Putin die Einladung nach Washington noch nicht angenommen habe. Als Begründung für die Abweisung hieß es vom Weißen Haus, Collins habe ihre Fragen geschrien und sich geweigert, den Termin zu verlassen.

Der US-Präsident sieht sich schon lange in einem "Krieg mit den Medien". Seine Abneigung geht so weit, dass er sich sogar einen eigenen Preis ausdachte: den "Fake News Award". Der erste Platz ging dabei Anfang des Jahres überraschenderweise nicht an CNN, sondern an die New York Times. Immerhin würdigte der Präsident den Sender aber mit insgesamt vier "Trophäen".

In diese angespannte Nachrichtensenderlage hinein platzt nun also der Fall der CNN-schauenden, aufbegehrenden Ehefrau, die ihrem Mann in seinen Schimpftiraden gegen die Medien nicht den Rücken stärkt, sondern sagt: Ich gucke, was ich will. Und das heißt auch: Ich mache, was ich will.

Und jetzt?

Können "Free Melania"-Fans ihre Liste um einen weiteren "Beweis" erweitern, dass die First Lady ihren Ehemann eigentlich nicht leiden kann und andere politische Ansichten vertritt als er. Fakt ist aber auch: Niemand weiß, warum sie CNN schaut, was sie sich da ansieht und ob sie dem Gesehenen auch zustimmt.

Zur SZ-Startseite
SZ Spezial

Fake News
:Lüge wird Wahrheit

Die größte Bedrohung für die liberale Welt geht von der epidemischen Verbreitung von Lügen und Fake News aus. Eine Gesellschaft bricht auseinander, wenn sie keine gemeinsame Wahrheit mehr kennt.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: