SZ-Kolumne "Bester Dinge":Zweitklassiges Meisterwerk

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(Foto: © Ada Community Library / Facebook)

Der achtjährige Dillon Helbig aus Idaho macht vor, wie man sein erstes literarisches Werk bekannt macht: Man braucht kein Geld, dafür aber eine ziemlich clevere Idee.

Von Martin Wittmann

Unsere Tochter schreibt an ihrem Debut. Erzählerin des Buchs ist die Robbe Twix, die von einem Hund das Wort "Freiheit" aufschnappt ("Fakt ist, dass ich nicht weiß, was er damit meinte") und die sich über die Zoo-Gehege hinweg mit drei Eisbären unterhält. Am Ende der ersten Kapitels stellt Twix den Bären eine Frage, doch: "Ich höre keine Antwort."

Mit ihren acht Jahren ist unsere Tochter reichlich spät dran. J. K. Rowling hat mit sechs ihre erste Geschichte geschrieben, über den (offenbar ungeimpften) Hasen "Hase", der sich die Masern einfängt. Fantasy-Autor Jonathan Stroud startete mit sieben. Spätzündern Hoffnung macht nun eine Meldung aus Boise in Idaho. Wie die Washington Post meldet, schmuggelte der Zweitklässler Dillon Helbig Mitte Dezember sein eigenes Werk ins Kinderbuchregal der örtlichen Bibliothek. Eine Abenteuergeschichte, farbig illustriert, 81 Seiten lang. Es geht um einen explodierenden Christbaumstern.

Ein paar Tage später hatte er seiner Mutter die Tat gestanden, doch als die beiden in die Bibliothek gingen, war das rote Notizbuch unauffindbar. Die Angestellten hatten es gefunden - und mochten es sehr. Nun, da sie vom Autor und dessen Eltern die Erlaubnis einholen konnten, steht es mit Barcode versehen ganz offiziell im Regal. Eigentlich. Denn seit darüber berichtet wird, ist das Notizbuch andauernd ausgeliehen.

Offen bleibt nur noch die Frage, warum die Eisbären der Robbe Twix denn nicht antworten? Auflösung demnächst zu finden in einer der Münchner Stadtbibliotheken.

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