Nordamerika:Brände in Kanada und Kalifornien wüten weiter

Lesezeit: 1 min

Waldbrände in Kalifornien

Lakehead, Kalifornien, am 2. Juli: Feuerschutzmittel umhüllt ein Fahrzeug, in der Nähe brennt .

(Foto: Noah Berger/dpa)

Tausende Blitzschläge setzen Wälder in Flammen. Trotz leichter Abkühlung bleiben auch die Temperaturen außergewöhnlich hoch.

Die Extremhitze im Westen Kanadas hat nachgelassen, doch anhaltende Trockenheit und weiterhin hohe Temperaturen begünstigen Dutzende Waldbrände. Allein in der Provinz British Columbia wurden zuletzt 136 Feuer verzeichnet, wie Cliff Chapman vom Wildfire Service mitteilte.

Innerhalb eines Tages habe es 12 000 Blitzschläge gegeben. Die meisten Waldbrände seien dadurch ausgelöst worden. Die Temperaturen seien nach der Rekordhitze von circa 45 Grad Celsius inzwischen gesunken, aber immer noch überdurchschnittlich hoch, sagte Chapman.

Die kleine Ortschaft Lytton, wo Anfang der Woche eine Rekordtemperatur von 49,6 Grad Celsius gemessen worden war, wurde durch ein schnell um sich greifendes Feuer fast komplett zerstört. Mehr als 1000 Menschen mussten in der Nacht zum Donnerstag aus dem Ort und der Umgebung in aller Eile flüchten. Die Behörden gehen davon aus, dass dort zwei Menschen ums Leben gekommen sind. Noch sei es aber zu gefährlich, Ermittler an den Ort der Feuerkatastrophe zu schicken, teilte die Gerichtsmedizin mit.

Verteidigungsminister Harjitt Sajjan kündigte an, eine Eingreiftruppe von 350 Soldaten sowie ein Transportflugzeug und zwei Hubschrauber in die Region zu verlegen, um Einsätze bei Bedarf zu unterstützen. Die Hubschrauber könnten Feuerwehrleute transportieren, schweres Gerät verlegen oder bei Evakuierungen von Ortschaften helfen, schrieb er auf Twitter. Zuvor hatte der Krisenstab der Regierung in Ottawa getagt.

Nordkalifornien: So trocken wie sonst Ende August

In British Columbia hat die gefährliche Hitzewelle nach Angaben der Behörden bereits zu Hunderten Todesfällen beigetragen. Innerhalb einer Woche seien in der Provinz 719 plötzliche und unerwartete Todesfälle gemeldet worden, teilte die Gerichtsmedizin mit. Das sei dreimal mehr als üblich. Die Behörde geht davon aus, dass der starke Anstieg mit der extremen Hitze zusammenhängt.

Auch in Kalifornien verschärfte heißes und trockenes Wetter die Feuerlage. Im Norden des US-Bundesstaates brannten drei größere Feuer, die Tausende Menschen zeitweise in die Flucht schlugen. Am Freitag konnten viele Bewohner in ihre Häuser zurückkehren. Mehrere Gebäude in der ländlichen Region seien aber zerstört worden, berichtete der San Francisco Chronicle. Die Vegetation sei bereits so ausgetrocknet, wie man es gewöhnlich erst Ende August sehe, sagte eine Forstbehörden-Sprecherin vom Shasta Trinity National Forest.

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