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Brände in Brasilien:Zu Asche, zu Staub

Nach dem Feuer bleibt nur verbrannte Erde, wie hier bei Altamira. Ein kleines Schlachtfeld in einem viel größeren Krieg.

(Foto: Joao Laet/AFP)

Es ist das alte Spiel in Amazonien: Erst wird gerodet, dann brennt es. Der Mensch raubt die Natur aus, und mittlerweile raubt er sich damit selbst die Luft zum Atmen. Eine Fahrt ins Feuer.

Das Monster lebt im Wald, da war sich die Großmutter von Jesuina Alves Braga sicher. Mapinguarí - ein Ungeheuer, groß wie zwei Männer, behaart, mit nur einem Auge, das Maul im Bauch. Wenn die Jäger zu viel Wild jagten, schickte das Monster Unwetter. Ließen die Seringueiros im Wald die Kautschukbäume zu stark bluten, kam das Mapinguarí und machte ihnen Angst in ihren Träumen. Sie habe das Vieh einmal selbst gesehen, sagte die Großmutter, tief im Wald. Damals, als der Wald noch endlos war und mächtig. Ein Schauer habe sie durchlaufen am ganzen Körper, sagte die Großmutter. Und Jesuina Alves Braga, damals noch ein Kind, schaute die Großmutter an und stellte sich das Tier vor, das Maul im Bauch.

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