Lenggries Party-Nacht endet in einem Großeinsatz der Rettungskräfte

Der Rettungseinsatz an der Walchen, die nach dem Unwetter zu einem reißenden Fluss wurde.

(Foto: Polizei/oh)

Fünf junge Österreicher campen und grillen trotz Verbots an der Walchen. Doch in der Nacht bricht ein Unwetter über sie herein.

Von Klaus Schieder, Lenggries

Diese Partynacht dürfte den fünf jungen Leuten aus Innsbruck noch lange in unerfreulicher Erinnerung bleiben. Am Samstag war die Gruppe aufgebrochen, um im Gebiet des Sylvensteins verbotenerweise zu campen, zu grillen und so richtig zu feiern. Weil in der Nacht allerdings ein starkes Gewitter hereinbrach, endete der Ausflug der Österreicher im Alter zwischen 24 und 29 Jahren in einem Großeinsatz von Wasserwachten aus Bayern und Österreich, Feuerwehren, Rotem Kreuz und Notarzt. Einer der Geretteten musste mit einer starken Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Polizei zufolge kamen die drei Männer und zwei Frauen aus der Tiroler Landeshauptstadt am späten Nachmittag über die Grenze, um im Gebiet der Walchen zu feiern und dann zu übernachten. Zu diesem Zweck durchschritten sie nahe der Pegelmeßstation den Fluss, der vom Achensee zur Isar führt und auf Tiroler Seite "Seeache" genannt wird. Die Walchen hatte zu diesem Zeitpunkt noch einen normalen Wasserstand. Auf dem gegenüberliegenden Ufer schlug die Gruppe dann mehrere Zelte auf und richtete eine Grillstelle ein - obwohl beides in dem Naturschutzgebiet strikt verboten ist.

Saftiges Bußgeld wegen Zelten und Grillen im Naturschutzgebiet

Nach längerem Feiern mit Alkohol folgte für die Gruppe jedoch eine Nacht des Schreckens: Ein Gewitter mit Starkregen brach über sie herein, der Pegel der Walchen schwoll bis in die frühen Morgenstunden erheblich an. Mit der Folge, dass das reißende Wasser sämtliche Zelte und Teile ihrer Ausrüstung fortschwemmte. Die jungen Camper, die laut Polizei von der Feier noch betrunken und bald auch unterkühlt waren, wussten sich nicht mehr anders zu helfen, als einen Notruf an die Bezirksleitzentrale Innsbruck abzusetzen. Von dort aus wurde umgehend die Wasserrettung Achenkirch/Schwaz alarmiert, ebenso die Integrierte Leitstelle Weilheim, die wiederum die Rettungskräfte auf bayerischer Seite verständigte.

Die Hilfe kam für einen der jungen Österreicher gerade noch rechtzeitig. Die Besatzung des Rettungshubschraubers "Christoph Murnau" musste den Mann, der bereits an einer starken Unterkühlung litt, bergen und in die Unfallklinik Murnau fliegen. Der Rest der Gruppe wurde von etwa 50 Einsatzkräften der Wasserwachten Lenggries, Bad Tölz, Penzberg, Miesbach, Krün/Mittenwald und Achenkirch gerettet. Eine ebenso aufwändige wie gefährliche Aktion, denn die Rettungskräfte mussten in Booten über die angeschwollene Walchen übersetzen. Im Einsatz waren auch die Feuerwehren aus Fall und Vorderriß, ebenso das Rote Kreuz mit vier Einsatzfahrzeugen und ein Notarzt.

Die jungen Leute aus Innsbruck dürften an ihre Partynacht an der Walchen indes nicht bloß wegen des Unwetters noch lange denken: Auf sie alle kommt ein saftiges Bußgeld zu.