Digitalisierung:Am Puls der Zeit bleiben

Digitalisierung: Die Geschäftsstelle des Kreisbildungswerks Bad Tölz-Wolfratshausen ist inzwischen im Kloster Beuerberg.

Die Geschäftsstelle des Kreisbildungswerks Bad Tölz-Wolfratshausen ist inzwischen im Kloster Beuerberg.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Das Kreisbildungswerk Bad Tölz-Wolfratshausen ist als Stützpunkt für Verbraucherbildung ausgezeichnet worden. Was die Bildungseinrichtung in der Zukunft plant.

Von Celine Chorus, Eurasburg

Das Büro des Kreisbildungswerks Bad Tölz-Wolfratshausen schmückt seit einigen Tagen eine besondere Urkunde: Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat die Bildungseinrichtung als Stützpunkt "Verbraucherbildung" ausgezeichnet. Damit wird das Kreisbildungswerk für sein umfangreiches Informationsangebot zu Verbraucherthemen geehrt.

"Als Bildungseinrichtung wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die Zukunft lebenswert zu gestalten", sagte Geschäftsführer Andreas Käter bei einem Pressegespräch im Kloster Beuerberg - "und sich bei den Dingen, die um einen herum passieren, nicht als ohnmächtiger Co-Pilot zu verstehen."

In einem Schwerpunkt "Verbraucherbildung" bieten die Stützpunkte eine breite Auswahl an Kursen zu Themen wie Finanzen, Altersvorsorge oder Kundenrechte an. Einen Fokus legt das Kreisbildungswerk auf die Bereiche Digitalisierung und nachhaltiger Konsum. Ziel des Netzwerks ist es, Orientierung zu geben in einer Welt, die für Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend komplexer wird.

Das Kreisbildungswerk verspricht ein "buntes Programm"

Wie Käter erklärte, habe eine Studie schon in den 1980er-Jahren gezeigt: Menschen lernen zu 70 Prozent durch die Bewältigung schwieriger Aufgaben, zu 20 Prozent durch den Austausch mit anderen Menschen und zu zehn Prozent durch die Weiterbildung mithilfe von Büchern oder Seminaren. "Als Kreisbildungswerk gestalten wir die letzten 30 Prozent, damit die Menschen das Gelernte sicher anwenden und umsetzen können."

Digitalisierung: Mitarbeiter des Kreisbildungswerks - (v.li.) Katrin Metz, Andreas Käter, Claudia Harrasser, Margret Schambeck und Roland Gruber - präsentieren stolz die Urkunde.

Mitarbeiter des Kreisbildungswerks - (v.li.) Katrin Metz, Andreas Käter, Claudia Harrasser, Margret Schambeck und Roland Gruber - präsentieren stolz die Urkunde.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Wer nicht mit digitalen Medien aufgewachsen sei, tue sich im Umgang damit oft schwerer als die jüngere Generation, so Käter. Im neuen Kurs "Smart Surfer - Fit im digitalen Alltag" werden die Teilnehmer zu Themen wie Kommunikation, Datensicherheit, Verbraucherschutz und Ethik im Internet geschult. Die Seminarreihe richtet sich an ältere Menschen, die ihre Medienkompetenz ausbauen möchten.

Derzeit sitzt Claudia Harrasser, die im Kreisbildungswerk den Bereich Digitalkompetenz leitet, aber schon an der Planung für das kommende Jahr. Im Dezember muss sie den Förderungsantrag stellen - und bis dahin sollen auch die Kurse stehen. "Es wird ein buntes Programm geben", verspricht sie. Und dann auch für alle, nicht nur für Senioren. Einige Ideen hat Harrasser bereits: "Wir möchten gerne auch eine Reihe zum Thema KI machen."

"Unabhängig vom Alter am Puls der Zeit bleiben"

Den Stützpunkten kommt zugute, dass sie bei solchen Vorhaben gefördert werden. Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz übernimmt 90 Prozent der Kosten: "Das sorgt dafür, dass wir die Kurse kostengünstig oder sogar kostenfrei anbieten können", so Harrasser. Auch Käter betont, dass sich dem Kreisbildungswerk dadurch neue Möglichkeiten eröffneten: "Unser Auftrag ist es, dass wir hochwertige Inhalte möglichst kostengünstig zur Verfügung stellen - und das geht nur, indem es jemand bezuschusst."

Mit der Anerkennung als Stützpunkt hat sich das Kreisbildungswerk zur Produkt- und Anbieterneutralität verpflichtet. Die Dozenten dürfen also keine Empfehlungen abgeben, sondern lediglich über die Vor- und Nachteile informieren. Neben dem Kreisbildungswerk Bad Tölz-Wolfratshausen wurden im September fünf weitere Einrichtungen ausgezeichnet. In ganz Bayern gibt es nur 29 Stützpunkte für Verbraucherbildung.

"Es ist wichtig, dass man unabhängig vom Alter am Puls der Zeit bleibt", betont Käter die Bedeutung von lebenslangem Lernen. Mit dem spezifischen Angebot für ältere Menschen will das Kreisbildungswerk ihnen die Angst nehmen, sich nochmals an etwas Neuem zu versuchen. Die Kurse seien ein geschützter Ort, um sich weiterzubilden: "Die alte Mär, dass man zu alt zum Lernen ist, stimmt einfach nicht, auch wenn viele noch immer daran festhalten."

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