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Kommunalwahl 2020:Angriffslustiger Wahlkämpfer

Fabian von Xylander

Gemeinsam über Parteigrenzen: Hubert Prömmer, Teresa Wimmer, Angelika Kassner, Fabian von Xylander und Waltraud Bauhof (von links).

Grüne, Parteifreie und SPD nominieren Fabian von Xylander

Mit der überraschenden Kandidatur von Fabian von Xylander hat der Wahlkampf in Dietramszell Fahrt aufgenommen. Eine Aufbruchsstimmung war bei der Nominierung des 59-Jährigen zu spüren, der sich als gemeinsamer Kandidat von Grünen, Parteifreien und SPD um die Nachfolge von Leni Gröbmaier (BLD) bewirbt. Nach einer leidenschaftlichen Rede wurde der Sozialdemokrat von den 14 Wahlberechtigten einstimmig nominiert.

Von Xylander, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag arbeitet und ein berufsbegleitende Studium Sozialmanagement absolviert hat, saß 24 Jahre im Dietramszeller Gemeinderat und 18 Jahre im Kreistag. "Wer ihn erlebt hat, weiß, dass er wilde Diskussionen auf eine sachliche Ebene zurückbringen kann", sagte Waltraud Bauhof, bis 2014 parteifreie Gemeinderätin. Von Xylander präsentierte sich als angriffslustiger Wahlkämpfer: Die Hälfte der Stellen im Rathaus sei derzeit nicht besetzt, "das spricht nicht für eine optimale Aufstellung". Bauhof verteidigte die Bürgermeisterin: Die hohe Fluktuation sei nicht Gröbmaier anzulasten, sondern der Emotionalität einzelner Gemeinderäte.

Mehr Transparenz

Von Xylander versprach, sich für eine effiziente Verwaltung, bessere Kommunikation und mehr Transparenz im Gemeinderat einzusetzen. Bei Beschlüssen dürfe es keine Rolle spielen, "wie lange jemand hier lebt und wie viel Grund er hat" - eine Kritik, die von Gröbmaier, die als Gast bei der Veranstaltung war, entschieden zurückgewiesen wurde. Einen Einstieg in den sozialen Wohnungsbau in Kooperation mit Genossenschaften, den Grünen-Chef Hubert Prömmer anregte, bewertete der Kandidat zurückhaltend. Seiner Ansicht nach seien Mietkauf oder Erbpachtmodelle sinnvoller, weil Grundstücke im Eigentum der Gemeinde verblieben. Prömmer erklärte, man habe einen Bürgermeisterkandidaten steckbrieflich gesucht, "weil wir keine Gröbmaier-Dynastie wollen". Ludwig Gröbmaier, Neffe der amtierenden Bürgermeisterin, tritt für die CSU an. Die Kommunalpolitik habe er stärker vermisst, als gedacht, sagte von Xylander, der nach wie vor Mitglied bei der Feuerwehr Baiernrain ist. Ein Wahlsieg würde sein Leben "umkrempeln." Er fühle sich in Berlin wohl. "Aber wenn ich von dahoam rede, meine ich Dietramszell."

© SZ vom 20.01.2020
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