Wirtschaft im Oberland:Energiepreise und Lieferengpässe belasten Unternehmen

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Der IHK-Konjunkturindex im Oberland sinkt, wenn auch weniger stark als bayernweit.

Von Benjamin Engel, Bad Tölz-Wolfratshausen

Die unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen belasten die Betriebe im Oberland. Negativ wirken sich die steigenden Energie- und Rohstoffpreise sowie Lieferschwierigkeiten laut der neuesten IHK-Konjunkturumfrage für die Region aus. Der Konjunkturindex für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Weilheim-Schongau sowie Garmisch-Partenkirchen ist um vier Zähler auf 124 Punkte gesunken. 43 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäfte als gut, zehn Prozent als schlecht.

Für Klaus Bauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Weilheim-Schongau, steht die Politik vor großen Herausforderungen. "Jetzt muss alles dafür getan werden, die Versorgungssicherheit und damit Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft zu erhalten. Gleichzeitig müssen wir zwingend die Abhängigkeit von Russland bei Energie und Rohstoffen reduzieren", sagt er. Dafür müssten erneuerbare Energien schnell ausgebaut werden. Das dürfe aber keine Energie-Preisschübe auslösen. Von den hohen Kosten besonders betroffene Unternehmen müssten gezielt entlastet werden, so Bauer.

Trotzdem ist die Stimmung in den vier Oberland-Kreisen besser als im bayerischen Schnitt. Im gesamten Freistaat sank der IHK-Konjunkturindex von 124 auf 112 Zähler und damit deutlicher als in der Region. Drei Viertel der Betriebe im Oberland klagen allerdings über starke Preissteigerungen bei Energie, Rohstoffen und Vorprodukten. 74 Prozent sehen dadurch Risiken für die Geschäftsentwicklung. Knappe Materialien und Rohstoffe belasten mehr als zwei Drittel der Unternehmen, Lieferschwierigkeiten die Hälfte. 56 Prozent der Betriebe fürchten, dass sich der Fachkräftemangel und 49 Prozent, dass sich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen negativ auswirken könnten.

34 Prozent der Betriebe rechnen damit, dass sich ihre Geschäfte verbessern, 19 Prozent erwarten, dass die Geschäfte schlechter werden. Laut der IHK für München und Oberbayern dürfte dies an der Stärke der Tourismusbranche in der Region liegen. Der Sektor erwarte eine gute Sommersaison.

Allerdings hält sich die Wirtschaft mit Investitionen zurück. Laut IHK wollen 19 Prozent der Betriebe weniger, 22 Prozent mehr investieren. Im Vergleich zum Jahresanfang sinkt der Saldo der Investitionspläne - die Differenz zwischen der Anzahl von Unternehmen, die ihre Investitionstätigkeit erhöhen möchten, und jenen, die sie reduzieren wollen - von 13 auf drei Punkte. Ebenso sind die Unternehmen zurückhaltender, neues Personal einzustellen. Das beabsichtigen 17 Prozent der Betriebe, 13 Prozent wollen aber Stellen streichen.

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