Stiftungsrecht:Verkauf der Bonsels-Villa ist laut Rechtsaufsicht unproblematisch

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Stiftungsrecht: Die Waldemar-Bonsels-Stiftung ist in Verkaufsgesprächen für das Haus des Biene-Maja-Erfinders in Ambach.

Die Waldemar-Bonsels-Stiftung ist in Verkaufsgesprächen für das Haus des Biene-Maja-Erfinders in Ambach.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Die Satzung steht den Plänen der Stiftung nicht entgegen, so heißt es seitens der Regierung von Oberbayern.

Von Benjamin Engel

Am Veto der Rechtsaufsicht dürften die Verkaufspläne der Waldemar-Bonsels-Stiftung für das einstige Haus des Schriftstellers in Ambach kaum scheitern. Die Satzung stünde dem nicht entgegen, so teilt ein Sprecher der Regierung von Oberbayern auf Nachfrage mit. An der Behörde ist die zuständige Stiftungsaufsicht angesiedelt. Bislang ist das einstige Grundstück samt Haus des Biene-Maja-Erfinders Waldemar Bonsels im Besitz der gleichnamigen Stiftung. Deren Vorsitzender Ralf Kirberg argumentiert, nur durch einen Verkauf genügend Kapital generieren zu können, um die Stiftungszwecke zu erfüllen. Darunter fallen die Digitalisierung des Werknachlasses von Bonsels oder auch Leseförderprojekte für Kinder. Bislang ist das Haus vermietet.

Dagegen positioniert sich der Ostuferschutzverband (OSV). Erst kürzlichen hatten dessen Vorstandsmitglieder erneut scharf kritisiert, dass die Waldemar-Bonsels-Stiftung verkaufen will. Am meisten stört den OSV, dass ein Ersatzbaurecht für ein zweites Gebäude auf dem Grundstück zur Debatte steht. Das möchte die Stiftung haben, weil im Gegenzug der zweigeschossige Flachdachanbau aus den 1960er-Jahren abgerissen werden soll. So soll laut Kirberg die Villa aus dem 19. Jahrhundert wieder frei stehen.

Für den OSV dient eine weitere Bebauung allerdings nur der Gewinnmaximierung und schadet dem Landschafts- wie Ortsbild. Generell handele es sich laut der Regierung von Oberbayern bei der Grundstücksveräußerung nur um eine Vermögensumschichtung der Stiftung. Dies bedürfe keiner stiftungsrechtlichen Genehmigung.

Verpflichtet ist die Stiftung aber demnach eine Teilfläche auf dem Grundstück als Gedenkstätte zu gestalten. Dafür ist laut deren Vorsitzendem Kirberg ein Platz an der Seeuferstraße zwischen der Kirchenkapelle und dem Ungarischen Tor eingeplant. Damit solle an die Historie des Ortes erinnert werden, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreiche, erläutert er. Zur OSV-Kritik will sich Kirberg nicht äußern. Allerdings hat er bereits früher bekräftigt, daran gehalten zu sein, die Vermögenswerte der Stiftung gut zu verwalten. Für den Stiftungszweck meint er mit einem Verkauf der Villa mehr beitragen zu können als durch Mieteinahmen. Um den Werknachlass Bonsels nach wissenschaftlichen Kriterien zu digitalisieren, sei etwa viel Geld ausgegeben worden. Dies sei ein überaus erfolgreiches Projekt, so Kirberg.

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