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Laufwettbewerbe:50 000 Gipfelmeter in zwei Monaten

Sonja Fischer-Götz

Sonja Fischer-Götz ist in zwei Monaten 104 Mal den Blomberg rauf- und runtergelaufen.

(Foto: Privat/OH)

Sonja Fischer-Götz war in kurzer Zeit 104 Mal auf dem Blomberg

Von Arnold Zimprich, Bad Tölz

Sonja Fischer-Götz , eine 59-jährige Zahnärztin aus Forstern im Osten Münchens, hat im Rahmen der Blomberg-Challenge zwischen Mitte Februar und Mitte April dieses Jahres den 1248 Meter hohen Blomberg 104 Mal bestiegen - an manchen Tagen sogar gleich mehrmals. Mal ging es mit Touren-Ski hoch, mal mit Lauf- oder Bergschuhen. 52 200 Höhenmeter kamen so zusammen. Der coronakonforme Wettbewerb, bei dem es auch eine Höhenmeterwertung gab, wurde von Norbert Kutschera und seinem in Münsing ansässigen Unternehmen "MeinBerglauf.de" sowie dem Tölzer Sportgeschäft Sport Peter organisiert.

SZ: Frau Fischer-Götz, sind Sie heute schon gelaufen?

Sonja Fischer-Götz: Ich stehe in der Regel bereits um fünf Uhr auf. Das ist mir zum Laufen dann doch etwas zu früh. Daher laufe ich erst abends - open end. Das tut einfach gut!

Seit wann laufen Sie?

Vor zwanzig Jahren habe ich auf Husky-Expeditionen in Kanada die Leichtigkeit der Bewegung in schönster Natur erfahren dürfen. Das hat mich inspiriert. Huskies sind für mich die besten Läufer der Welt.

Wie motiviert man sich für solche Läufe? Und woher kommt Ihre unfassbare Kondition?

Seit 30 Jahren mache ich mit Freude Bergtouren und Expeditionen zu den Bergen unserer Erde - nicht nur in den Alpen, sondern auch in Nepal, Nord- und Südamerika und in Kamtschatka im fernen Osten Russlands. Dort marschiert man zwei bis drei Wochen den ganzen Tag in unberührter Natur - oft mit Gepäck. Das ist für mich Urlaub pur. Durch das aktuelle Weltgeschehen ist mir der Blomberg sehr willkommen: Die Winterlandschaft hat mich fasziniert. Und es sind auch die menschlichen Begegnungen, die das Event einmalig schön und leicht gemacht haben.

Sie müssen ja viel an Bergläufen teilnehmen, um mehr als 50 000 Höhenmeter in acht Wochen zu bewältigen. Das schaffen andere ambitionierte Bergsportler nicht mal in einem Jahr.

Seit 20 Jahren nehme ich mit absoluter Freude an Winterlaufveranstaltungen wie der dreiteiligen Ismaninger Winterlauf-Serie sowie Bergläufen wie am Wallberg, Hochfelln und Wendelstein teil. Da bekommt man mit der Zeit schon eine gute Routine.

Wie haben Sie von der Blomberg-Challenge erfahren - schließlich wohnen Sie rund 80 Kilometer vom Blomberg entfernt im Landkreis Erding?

Der Organisator Norbert Kutschera ist in der Laufszene kein Unbekannter. So habe ich auch von der Blomberg-Challenge erfahren und mich sogleich gefreut. Für mich ist so etwas ein einmaliges Erlebnis. Eine "Expedition Blomberg" habe ich noch nie erleben dürfen. Zu laufen, wann und so oft man will - das ist eine geniale Erfindung.

Was bedeutet der Ausdauersport Ihnen persönlich?

Ausdauersport betreibe ich, um die Natur zu erleben und die Welt zu entdecken. Ich mache das für Körper und Geist.

© SZ vom 27.04.2021
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