Stundenlange Löscharbeiten:Bichl: Brand zerstört ehemalige Schreinerei

Stundenlange Löscharbeiten: Großeinsatz in Bichl: Mehr als 150 Feuerwehrkräfte waren an der Löschaktion beteiligt.

Großeinsatz in Bichl: Mehr als 150 Feuerwehrkräfte waren an der Löschaktion beteiligt.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Beim Großeinsatz sind mehr als 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Schaden: 800 000 Euro. Gegen einen 61-Jährigen wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Von Konstantin Kaip, Bichl

Bei einem Großbrand in Bichl ist am Dienstag ein Werkstatt- und Lagergebäude komplett zerstört worden. Der Sachschaden wird von der Feuerwehr auf etwa 800 000 Euro geschätzt. Bei den Löscharbeiten waren insgesamt 155 Feuerwehrkräfte verschiedener Einheiten aus den Landkreisen Bad Tölz Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau im Einsatz. Die Ortsdurchfahrt Bichl musste komplett gesperrt werden. Zur Brandursache ermittelt die Kriminalpolizei. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Mittwoch meldete, wird gegen einen 61-Jährigen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Verletzt wurde niemand.

Laut Polizei wurde gegen 13.50 Uhr bei der Integrierten Leitstelle Oberland ein Dachstuhlbrand in der Ludlmühlstraße gemeldet. Als die ersten Kräfte der Feuerwehren aus Bichl und Benediktbeuern sowie aus Penzberg eintrafen, standen bereits große Teile der ehemaligen Schreinerei in Flammen. Durch die starke Rauchentwicklung mussten die umliegenden Gebäude in Sicherheit gebracht werden. Deren Bewohner wurden im Gasthaus zum Bayerischen Löwen untergebracht und vom Rettungsdienst betreut. Zeitweise wurde auch eine Warnung für die Bevölkerung über die Apps Katwarn und Nina ausgegeben.

Stundenlange Löscharbeiten: Aufgrund der massiven Rauchentwicklung mussten die umliegenden Häuser in Sicherheit gebracht werden.

Aufgrund der massiven Rauchentwicklung mussten die umliegenden Häuser in Sicherheit gebracht werden.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Wie der Sprecher der Kreisfeuerwehr, Stefan Kießkalt, berichtet, wurde wegen der langwierigen Brandbekämpfung eine Atemschutzsammelstelle eingerichtet, um die Feuerwehrleute in Einsatzbereiche einzuteilen. Um an alle Brandherde zu kommen, musste das Dach des Gebäudes mit zwei Baggern aus benachbarten Firmen eingerissen werden. Von einer nahe gelegenen Bäckerei aus koordinierte der Einsatzleiter Wolfgang Stahl den Einsatz. "Die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte lief reibungslos. Die Witterungsverhältnisse mit Schneefall und nassen Straßen forderte die Einsatzkräfte allerdings zusätzlich", erklärt der Kreisbrandinspektor. Im Einsatz waren Kräfte der Feuerwehren aus Bichl, Benediktbeuern, Penzberg, Kochel, Ried, Sindelsdorf, Obersteinbach, Mürnsee, Garmisch, Großweil und Antdorf sowie der Kreisbrandinspektion.

Laut Polizeibericht führten Beamte aus Kochel und Tölz die ersten Ermittlungen zur Brandursache durch. Noch am Nachmittag übernahm der Kriminaldauerdienst der Kripo Weilheim die Untersuchungen. Diese ergaben, dass das Feuer bei Hobby-Arbeiten im Objekt verursacht wurde. Unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung gegen einen 61-jährigen Österreicher aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen ermittelt.

Laut Informationen der Feuerwehr Bichl endete der Löscheinsatz schließlich gegen 20 Uhr. Wegen vereinzelt auflodernder Glutnester beobachtete eine Brandwache das Gebäude noch bis zum Mittwochmorgen.

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