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Wohnungsmarkt:Milbertshofen ist wohl doch nur "durchschnittliche Lage"

Eines der wichtigsten Kriterien für die Höhe der Miete ist nach wie vor die Lage der Wohnung. Seit 2015 unterscheidet das Sozialreferat bei den Berechnungskriterien für die ortsübliche Vergleichsmiete zwischen Zentrumsnähe und äußeren Stadtbezirken - die Daten aus den Mieterbefragungen machten diese Differenzierung zwingend erforderlich.

Damals wie heute ist München in sechs Wohnlage-Kategorien unterteilt: Für 2017 ist zwar die "einfache Lage" weggefallen, dafür wurde im Stadtzentrum die "zentrale gute Lage" neu aufgenommen. Zu dieser neuen Gruppe zählen Westschwabing, die Maxvorstadt sowie das Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel. Deren Bewohner zählen zu den Gewinnern des aktuellen Mietspiegels - sofern sie Mieter sind. Denn bislang zählten sie zur teuersten Kategorie ("zentrale beste Lage"), das lässt ihren Vermietern einen größeren Spielraum für Mieterhöhungen.

Auch Mieter in Milbertshofen können sich freuen: Das Viertel nördlich des Petuelrings galt bislang als "zentrale durchschnittliche Lage", was bei der Berechnung der Ortsmiete einen Aufschlag ermöglichte. Bei den jüngsten Befragungen hat sich herausgestellt, dass es sich wohl doch nur um eine "durchschnittliche Lage" handelt, der Zentrumsbonus fällt also weg. Der Aufschlag für die Wohnlage liegt nun bei Null.

Weniger gut haben es die Mieter in Haidhausen und der Au erwischt. Ihre Viertel sind von der "guten Lage" in eine "zentrale gute Lage" gerutscht, das Mietniveau ist dort also ähnlich hoch wie in Schwabing und der Maxvorstadt. Ähnlich sieht es in Teilen der Schwanthalerhöhe aus: In den Blöcken rund um Tulbeck- und Gollierstraße werden nun Zentrumsmieten verlangt. Bislang begann die teurere Kategorie erst östlich der Theresienhöhe.

Die höchsten Mieten in München werden in der Altstadt, im Lehel, im westlichen Bogenhausen, Altschwabing sowie in der östlichen Maxvorstadt (rund um die Kaulbachstraße) verlangt ("zentrale beste Lage"). Es folgen dezentraler gelegene Nobelviertel wie Nymphenburg, Solln und Harlaching sowie Teile von Bogenhausen, Obermenzing und Pasing.

© SZ vom 09.03.2017/sim
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