Neuhausen:18-Jähriger stirbt bei Unfall an Tramstation

Neuhausen: An einer Tramhaltestelle in Neuhausen ist es zu einem schweren Unfall mit einem Toten gekommen.

An einer Tramhaltestelle in Neuhausen ist es zu einem schweren Unfall mit einem Toten gekommen.

(Foto: Thomas Gaulke)

Ein 21-jähriger Mann flieht vor einer Polizeikontrolle und kracht mit seinem Wagen in die Haltestelle. Drei Jugendliche, die dort stehen, werden verletzt - einer von ihnen tödlich.

Von Bernd Kastner

Bei einem schweren Verkehrsunfall ist in der Nacht zum Sonntag in Neuhausen ein 18-jähriger Passant tödlich verletzt worden. Der junge Mann wartete zusammen mit anderen Menschen an einer Tramhaltestelle. Verursacht hat den Unfall ein 21-Jähriger, der mit seinem Renault Clio vor einer Polizeikontrolle floh, wie die Polizei berichtet.

Begonnen hat der fatale Verlauf gegen 0.30 Uhr, als einer zivilen Polizeistreife am Königsplatz der Renault auffiel. Aus dem Auto kam sehr laute Musik, zudem überholte der Fahrer das Polizeiauto rechts auf einem Abbiegestreifen. Beim Abbiegen von der Brienner in die Dachauer Straße stadtauswärts habe der Mann stark beschleunigt. Die Streife entschied sich für eine sogenannte Nachfahrt und forderte den Renault-Fahrer zwischen Maßmann- und Lothstraße mit Blaulicht und Signalen zum Anhalten auf. Der 21-Jährige stoppte auch und fuhr rechts an den Fahrbahnrand.

Als eine Polizistin aus dem hinter ihm stehenden Streifenwagen zu dem Fahrer ging, gab dieser jedoch Gas. Die Kreuzung der Dachauer Straße mit der Schwere-Reiter-Straße überfuhr der Mann trotz roter Ampel. Dabei kollidierte er mit einem kreuzenden VW. Durch die Kollision schleuderte der Renault des Flüchtigen gegen ein Wartehäuschen einer Tramhaltestelle. Dort standen offenbar mehrere Personen.

Ein 18-Jähriger starb laut Polizei noch am Unfallort. Ein Gleichaltriger wurde schwer am Bein verletzt, womöglich müsse es amputiert werden. Ein 16-jähriger Schüler wurde durch umherfliegende Trümmer leicht am Kopf verletzt. Die drei Insassen des VW, eine Familie, wurden ebenfalls nur leicht verletzt, ebenso der Unfallverursacher. An den Autos und dem Wartehäuschen entstand ein Schaden von mehreren Zehntausend Euro.

Der 21-jährige Unfallverursacher wohnt in Sinsheim in Baden-Württemberg, als Beruf habe er Handelsvertreter angegeben. Warum er vor der Polizei floh, ist nun Teil der Ermittlungen. Er war laut Polizei alkoholisiert und besitzt keinen gültigen Führerschein. Er soll dem Haftrichter vorgeführt werden. Ihm werde unter anderem fahrlässige Tötung und ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen vorgeworfen.

In einem anderen spektakulären Fall von Flucht vor der Polizei in München, bei dem ein junger Mensch starb, war der Verursacher wegen Mordes verurteilt worden. Im November 2019 wollte eine Streife den Fahrer kontrollieren, nachdem er eine Sperrfläche überfahren hatte. Der Mann stand unter Alkohol und Drogen. Er gab Gas und flüchtete die Fürstenrieder Straße stadtauswärts auf der falschen Fahrbahn mit gut 120 Stundenkilometern. Der BMW erfasste einen 14-Jährigen, der noch am Unfallort starb; weitere Personen wurden schwer verletzt. Der Verursacher wurde 2021 zu lebenslanger Haft verurteilt, auch wegen vierfachen versuchten Mordes. Die Entscheidung ist rechtskräftig, der Bundesgerichtshof verwarf die Revision des Täters.

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