Thomas Müllers Ehefrau Lisa "Immer nur Schwarz oder Weiß"

Lisa Müller weiß es zu schätzen, dass sie sich mit den Pferden einen Lebenstraum erfüllt. "Pferd war das erste Wort, das ich sprechen konnte", sagt sie. Und auch ohne einen gut verdienenden Ehemann, mit dem sie schon zusammen war, als er Bundesliga und Champions League nur aus dem Fernsehen kannte, hätte sie sich für diesen Beruf interessiert: "Ich hatte bereits einen Ausbildungsplatz als Pferdewirtin, doch damals wusste Thomas noch nicht, in welche Richtung seine Karriere gehen würde, deshalb haben wir erst einmal abgewartet."

Denn bei aller Begeisterung für die deutschen Rassepferde Laurie, Radcliffe, Alfred und Lennox - am Ende muss sich das junge Ehepaar eben doch danach richten, wo die Dienste des Fußballprofis gefragt sind. Und deshalb hat man die Stallungen im Oberland eben auch nicht gekauft, sondern zum marktüblichen Preis gepachtet.

Dass Thomas Müller jenen Verein verlässt, der ihn groß gemacht hat, scheint auf den ersten Blick unwahrscheinlich. "Er spielt bei diesem Verein, seit er klein war. Es gibt kaum einen, der mehr Herz für den FC Bayern hat als Thomas", sagt seine Frau. Dennoch lässt aus seiner Sicht ungerechtfertigte Kritik den stets gut gelaunten Kicker nicht kalt. Dass Experten an ihm herumkrittelten, weil er zuletzt nicht mehr so oft traf wie zu Beginn seiner Karriere, bringt auch Lisa auf die Palme: "In Deutschland gibt es kein Grau, sondern immer nur Schwarz oder Weiß. Es wird auch nicht geschaut, wo die Stärken eines Spielers liegen, sondern immer nur darauf, was er nicht so gut kann", sagt sie.

Dabei hat sie mit der hierzulande üblichen Heldenverehrung der Balltreter durchaus ihre Probleme - nicht nur in Bezug auf ihr durch aufdringliche Fans eingeschränktes Privatleben. Zum Champions-League-Finale des FC Bayern gegen Chelsea, das trotz des Führungstors ihres Ehemannes verloren wurde, sagt sie: "Ich versuche immer irgendetwas Positives zu sehen, auch wenn etwas noch so traurig ist. Und hätte Thomas mit seinen 22 Jahren dieses Finale entschieden, was wäre dann noch für eine Steigerung möglich gewesen?"

Ihr Mann sieht das vermutlich anders, er sei nach der Niederlage sehr schwer zu trösten gewesen, verrät sie. Beim Herumtollen mit den beiden Hunden Micky und Murmel dürfte er dann wieder auf andere Gedanken gekommen sein. Und auf dem Beifahrersitz des 15-Tonners seiner Frau. Thomas hat zwar keinen Lkw-Führerschein, aber auch ein Namensschild. Statt der Hufeisen sind Fußbälle abgebildet.