Das ist schön:Eine Säule für Gilching

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Säule Deltapro

Roland Fischers Säule wurde inspiriert durch die Fassade des "Azrieli Centers" in Tel Aviv.

(Foto: Deltapro, D. Staub)

Inspiriert von der Pollinger Säulenhalle Stoa169 startet eine Immobilienfirma ein nachahmenswertes Kunst-am-Bau-Projekt.

Von Sabine Reithmaier

Dass ein Spaziergang durch die Säulenhalle Stoa169 in der Nähe von Polling wohltuend, ja sogar inspirierend wirkt, darüber sind sich die meisten Besucher einig. Aber es ist doch eine freudige Überraschung, dass der bunte Säulenwald Unternehmen sogar dazu verleitet, Geld für Kunst am Bau auszugeben. Die Deltapro Immobilen mit Sitz in Gilching jedenfalls hat sich, angetan vom Säulenwald, gleich selbst eine Säule für ihr Bürogebäude Working.living House im Gilchinger Gewerbepark bestellt.

Geschäftsführer Alexander Reichhart hat es in Polling besonders die Säule von Roland Fischer angetan. Der Fotokünstler, 1958 geboren und in München und Peking lebend, machte früh durch seine großformatigen Porträts auf sich aufmerksam. Seit den späten Neunzigern widmet er sich auch der Architektur, arbeitet seither an der Serie "Fassaden", für die er Ansichten von außergewöhnlichen Gebäuden in der ganzen Welt fotografiert. Für den Pfeiler im Gilchinger Bürogebäude, in dem sich verschiedene Firmen die Räume als Mieter teilen, wählte Fischer die Fassade des "Azrieli Centers" in Tel Aviv. Drei Wolkenkratzer, in denen unter anderem ein gigantisches Einkaufszentrum untergebracht ist. Entscheidend für die Motivwahl seien ästhetische Gründe gewesen, sagt der Künstler in einem Video (www.working-living.de/rolandfischer). Aber es passe, dass beide Lokalitäten auf Sand respektive Ackerboden aus dem Nichts errichtet worden seien, Tel Aviv allerdings schon 100 Jahre vor dem Gilchinger Gewerbepark. Eine Meta-Ebene hat Fischer ebenfalls parat: Seine "Façades" habe er auch geschaffen in der Hoffnung, dass die ökonomische Dynamik der Globalisierung auch auf kultureller Ebene grenzüberschreitende demokratische Koexistenzen beflügeln würde. Das passe zum offenen branchenübergreifenden Konzept des Gebäudes.

Wie auch immer: Die sechs Meter hohe Säule mit der Fassadenstruktur der Wolkenkratzer steht nun streng, schlank und schön im öffentlich zugänglichen Eingangsbereich des Hauses. Lob verdient dieses Kunst am Bau-Projekt auf jeden Fall. Wäre schön, wenn viele andere Firmen es nachahmen würden.

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