Querelen bei der Feuerwehr:Streit in der Chefetage

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Querelen bei der Feuerwehr: Kreisbrandrat Peter Bauch wirft das Handtuch.

Kreisbrandrat Peter Bauch wirft das Handtuch.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Der Starnberger Kreisbrandrat Peter Bauch gibt seinen Job nach anhaltenden Auseinandersetzungen in der Führungsriege auf.

Paukenschlag bei der Feuerwehr: Der Starnberger Kreisbrandrat Peter Bauch hat am Freitag überraschend seinen Rücktritt bekanntgegeben. Seit seinem Amtsantritt im Mai 2018 werde er "laufend für Themen verantwortlich gemacht", für deren Ursache er nicht verantwortlich sei, sich dafür aber rechtfertigen müsse, erklärte der Feuerwehrchef. In seiner Mitteilung verwies er auf die seiner Ansicht nach fehlende Rückendeckung in der Kreisbrandinspektion. Gemeint sind damit unter anderem die Alarmierungsplanung und Fahrzeugbeschaffungen, die von einzelnen Kommandanten im Landkreis Starnberg zunächst krititisiert worden seien. Diese Probleme seien aber gelöst worden und er habe Rückhalt zumindest bei den Kommandanten im Fünfseenland gespürt: Mit ihnen sei die Zusammenarbeit "unkompliziert" gewesen, betonte der 58-jährige Kraillinger, der weiterhin die Brandschutzdienststelle im Starnberger Landratsamt leiten wird.

Erheblich mehr "geraucht" hat es offenbar bei Streitigkeiten in der Kreisbrandinspektion: In dem Führungsgremium sollen etliche Mitglieder mit der Arbeit ihres Chefs unzufrieden gewesen sein und über mangelnde Transparenz geklagt haben. Dem Vernehmen nach sollte sogar ein externer Couch die Risse im 16-köpfigen Führungsgremium kitten. Doch einen gemeinsamen Nenner fand man nicht. Vorwürfe weist Bauch zurück: Er habe die Kreisbrandinspektion regelmäßig über dienstliche Vorgänge und Pläne informiert, sei aber von manchen Stellen ungenügend unterstützt und "in der Ausführung des Ehrenamtes als Kreisbrandrat massiv behindert worden", klagt Bauch. Er glaubt, dass gut die Hälfte des Gremiums gegen ihn gearbeitet habe. Das belaste auch seine Gesundheit und sein Privatleben: Er habe sich "immer am Limit befunden".

Die Auseinandersetzungen in der Kreisbrandinspektion führt Landrat Frey auf mangelnde Kommunikation zurück

Höchst bedauerlich findet der Starnberger Feuerwehrkommandant Markus Grasl den Rückritt, von dem er am Freitag ebenfalls überrascht wurde. Die Zusammenarbeit mit Bauch sei stets sehr gut gewesen, noch offene Themen wie Alarmierungsplan und Zuteilung von Fahrzeugen sei seit einem Jahr mit Zufriedenheit behandelt und abgehakt worden, berichtete Grasl.

Auch Landrat Stefan Frey (CSU) bedauert den Rückzug von Bauch, dessen Schritt man aber akzeptieren müsse. Er habe davon gehört, dass es schon seit Längerem in der Kreisbrandinspektion Spannungen gebe und die Kommunikation wohl nicht stimme. Nun obliegt es Frey, einen neuen Kreisbrandrat vorzuschlagen, der dann von den 44 Kommandanten im Landkreis gewählt wird. Bis dahin übernimmt Helmut Schweickart als Bauchs Stellvertreter kommissarisch dessen Aufgaben.

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