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Nach Elternprotest:Gymnasium Starnberg wird nun doch saniert

Die Stadt baut in diesem Jahr etwa Toiletten und Lehrerzimmer um. Der Bauausschuss revidiert nach dem Protest der Eltern seinen eigenen Beschluss vom Februar.

Neue Toiletten, frische Farbe an den Wänden und ein komplett umgebautes Lehrerzimmer: Die Sanierung des Gymnasiums in Starnberg soll in diesem Jahr nun doch wesentlich umfangreicher ausfallen, als zunächst beschlossen. Der Bauausschuss revidierte am Donnerstagabend einstimmig seine eigene Entscheidung vom Februar, den Eltern und Schulleitung heftig kritisiert hatten. Der Protest hat sich also ausgezahlt.

Schule und Eltern hatten den Stadtrat zu einer Ortsbesichtigung eingeladen. Derzeit werden Decken saniert, die Lehrertoiletten fertiggestellt und an der Technik gearbeitet. "Das Gymnasium war eine Dauerbaustelle und wird eine bleiben", sagte Bürgermeisterin Eva John.

In den Sommerferien kommen noch ein paar Baustellen hinzu: Die Heizungsverteilungen sind teilweise bereits marode und werden saniert (Kosten: 100 000 Euro). Das war eine der wenigen Maßnahmen, die der Bauausschuss nicht hatte aufschieben wollen.

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Neu ist, dass nun doch von August an auch das Lehrerzimmer vollständig fertiggestellt wird. Der erste Bauabschnitt war bereits erledigt, die Lehrer nutzen einen Teil schon. Nun kommt auch der Vorbereitungsraum an die Reihe - mit neuem Boden, Verkabelung und Beleuchtung (Kosten: 180 000 Euro). In diesem Bereich werden nun auch Fenster und Fassade saniert (Kosten: 210 000 Euro).

Ebenfalls angegangen wird die Sanierung einiger Toiletten, was den Schülern besonders wichtig war. Die Stadt erneuert nun einen ganzen WC-Kern, das sind alle übereinanderliegenden Toiletten in einem Gebäudeteil inklusive Heizung und Lüftung (Kosten: 320 000 Euro).

Letztere Maßnahmen hatte der Bauausschuss auf Bitten der Verwaltung am 22. Februar zurückgestellt, obwohl die Stadt selbst sie als "unbedingt notwendig" ansieht, sie schon längst geplant waren und der Finanzausschuss bereits das Geld hierfür im Haushaltsentwurf vorgesehen hatte. Ursache war ein Personalengpass und Überlastung im Bauamt. Einige Elternvertreter besuchten daraufhin die Stadtratssitzung und forderten die Sanierung im Einklang mit der Schulleitung. Noch eine Woche später rechtfertigte die Stadt die Verschiebung. Nun hat sie externe Fachplaner beauftragt.

Ganz wichtig war der Schule, dass auch die Maler anrücken. Nach vielen Jahren sind etliche Wände verschmutzt und der Putz angehauen. Auch das geschieht nun: In den Ferien sollen die Arbeiten ausgeführt werden und zwar so, dass das zukünftige Farbleitsystem in dem verwinkelten Bau berücksichtigt wird. Das wiederum war der Schule sehr wichtig. Zurückgestellt bleiben dagegen die Sanierung eines weiteren Physikraums und von Flurdecken.

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