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Kommunalwahl im Landkreis Starnberg:Eintüten im Akkord

Bis Mittwoch sollen in allen Gemeinden die Briefwahl-Unterlagen zur Stichwahl bei den Bürgern angekommen sein. Dann könnte es knapp mit der Rücksendung werden.

Eintüten unter Hochdruck, so lautet die Devise in den Rathäusern in diesen Tagen. Da hieß es für die Mitarbeiter schon mal: Überstunden machen oder Sonderschichten einlegen. "Das ist erstmalig, dass hundert Prozent der Wähler die Briefwahlunterlagen nach Hause geschickt bekommen. Die muss man erst einmal alle eintüten", sagt Kreiswahlleiter Holger Albertzarth. Zweifellos sei dies eine "große Herausforderung".

Bereits am vergangenen Donnerstag haben Mitarbeiter der Gemeinden die druckfrischen Stimmzettel in Peter Molnars Druckerei in Wielenbach abgeholt. In manch kleinerer Kommune hat man es dann sogar geschafft, die Unterlagen noch am Freitag in die Post zu geben. In größeren Kommunen ein Ding der Unmöglichkeit - vor allem in der Stadt Starnberg mit ihren rund 18 000 Einwohnern.

Der nächster Stichtag ist für Kreiswahlleiter Albertzarth dann der kommende Mittwoch: "Bis dahin sollen spätestens alle 105 000 Wahlberechtigten im Landkreis die Unterlagen in ihren Briefkästen haben." Und auch die Bürger sind gefordert. Sie werden nämlich dazu aufgerufen, die Briefwahlunterlagen nach der Stimmabgabe möglichst gleich in die Briefkästen der Rathäuser zu werfen. Natürlich könne man es auch auf dem Postweg versuchen, so Albertzarth, ob die Zeit dann ausreiche, sei allerdings nicht sicher. "In besonderen Situation muss man die Last eben verteilen", sagt er.

Die Stichwahl in Zeiten der Coronakrise ist noch unberechenbarer als sonst. Denn wenn jeder die Stimmzettel nach Hause geliefert bekommt, könnte man davon ausgehen, dass die Wahlbeteiligung höher ausfällt als sonst. Deshalb stockt beispielsweise das Berger Rathaus die Anzahl seiner Briefwahllokale auf. Statt bislang sechs werden es am Sonntag acht sein. An mehr Kapazität ist in Tutzing indes nicht zu denken. Denn der Westufergemeinde haben laut Albertzarth bereits weitere Wahlhelfer abgesagt, weil sie eine mögliche Ansteckung mit dem Virus befürchteten. Dabei ist die Gefahr nach Ansicht des Kreiswahlleiters nicht höher, als wenn man in diesen Zeiten zum Einkaufen geht. Denn die vorgeschriebenen Abstandsregelungen könnten in den Wahllokalen eingehalten werden.

Die Wähler im Fünfseenland sind also am kommenden Sonntag dazu aufgerufen, zu entscheiden, ob Martina Neubauer (Grüne) oder Stefan Frey (CSU) künftig den Landkreis führen soll. In vier Gemeinden finden zusätzlich zur Landratswahl auch noch Stichwahlen für das Bürgermeisteramt statt - in Berg, Gauting, Seefeld und in Weßling. Kreiswahlleiter Albertzarth hofft jedenfalls auf eine hohe Wahlbeteiligung, damit die Ergebnisse möglichst "deutlich ausfallen".

© SZ vom 24.03.2020
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