Kommunalwahl in Starnberg:Freie Wähler unterstützen Stefan Frey

Lesezeit: 2 min

Der CSU-Landratskandidat kann in der Stichwahl gegen die Grüne Martina Neubauer auf Hilfe zählen. SPD und FDP überlegen noch.

Von Michael Berzl

CSU-Landratskandidat Stefan Frey geht mit Unterstützung der meisten künftigen Kreisräte der Freien Wähler (FW) in die Stichwahl gegen seine Konkurrentin Martina Neubauer von den Grünen. Mit acht Mandaten stellen die Freien die drittgrößte Fraktion. SPD und FDP haben am Mittwoch noch keine Entscheidung getroffen, wie sie sich positionieren wollen, teilten die Kreisvorsitzenden mit. Der gescheiterte FW-Landratskandidat Matthias Vilsmayer machte deutlich, dass der neue Landrat und der künftige Kreistag durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vor ganz anderen Aufgaben stehen würden, als noch vor ein paar Wochen abzusehen war. "Einige unserer Großprojekte werden wir wohl nicht wie geplant umsetzen können", befürchtet der Gilchinger Unternehmer.

CSU-Kandidat Frey hat im ersten Wahlgang 42,3 Prozent der Stimmen bekommen, während seine Konkurrentin Neubauer auf 30,4 Prozent kam. Jetzt kommt es vor allem darauf an, wie sich die Wähler der unterlegenen Bewerber in der zweiten Runde entscheiden. Es ist mit einer hohen Wahlbeteiligung zu rechnen, weil jeder Stimmberechtigte automatisch die Unterlagen für eine Briefwahl bekommt. Liegen die Unterlagen schon einmal zu Hause, werden viele wohl auch ihr Kreuz machen. Der Gang ins Wahllokal entfällt diesmal wegen der Corona-Krise. Im ersten Wahlgang lang die Beteiligung bei 62,5 Prozent.

Starnberg Kirchplatz Impuls für Europa

Will künftig die erste Geige spielen: Stefan Frey tritt für die CSU in der Stichwahl um das Landratsamt an.

(Foto: Georgine Treybal)

Zur Stichwahl gibt es kein offizielles Votum des Kreisverbands der Freien Wähler, sondern nur persönliche Präferenzen, betonte der Kreisvorsitzende Vilsmayer. Hinter seiner Empfehlung für den CSU-Bewerber stehen auch die meisten anderen Mitglieder der künftig wohl achtköpfigen FW-Kreistagsfraktion. Für Frey seien laut Vilsmayer auch Bernhard Sontheim, Ferdinand Pfaffinger, Jürgen Busse, Rainer Schnitzler und Albert Luppart, ebenso Michael Muther aus der bisherigen Fraktion. Man habe in den vergangenen sechs Jahren gut mit der CSU und Landrat Karl Roth zusammengearbeitet, gerade in Wirtschaftsfragen gebe es die meisten Überschneidungen, sagt Vilsmayer.

Gerade in der Wirtschaftspolitik rechnet Vilsmayer mit größten Problemen durch die Folgen der Corona-Krise: "Da wird es uns ziemlich beuteln." Er hat selbst kandidiert und war enttäuscht über sein eigenes Ergebnis mit 13 Prozent. Aber nun beneide er angesichts der zu erwartenden Zustände den neuen Landrat nicht. Er bezweifelt, dass der Kreis alle seine geplanten Projekte finanzieren kann. "Wir werden wahrscheinlich wichtigeres zu tun haben, als neue Gewerbegebiet auszuweisen", glaubt er. "Da muss alles auf den Prüfstand. Da geht es nicht mehr um Parteipolitik."

Kommunalwahl in Starnberg: Am Sonntag wurde Martina Neubauer Zweite. Jetzt hofft sie, dass die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten sie unterstützen.

Am Sonntag wurde Martina Neubauer Zweite. Jetzt hofft sie, dass die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten sie unterstützen.

(Foto: Arlet Ulfers)

Auch die SPD-Kreisvorsitzende Julia Ney aus Gauting glaubt, dass dem Landkreis vor allem "Krisenmanagement" bevorsteht. Derzeit würden Gespräche mit den beiden Kandidaten in der Stichwahl geführt, um herauszufinden, wo die meisten thematischen Überschneidungen zu finden sind. Besonders lägen der SPD drei Themen am Herzen: die Energiewende, maßvoller Umgang mit Flächen bei der Entwicklung von Gewerbegebieten und soziale Belange. Die Entscheidung über eine Wahlempfehlung soll am Donnerstagabend bei einer Telefonkonferenz mit Vertretern von Kreisvorstand und Kreistagsfraktion fallen.

Die Kreis-FDP wollte am Mittwochabend in einer Videokonferenz entscheiden, sagte die Vorsitzende Britta Hundesrügge aus Gauting. Zu der neuen Zusammensetzung des Kreistags mit ähnlich großen Blöcken von CSU (21 Sitze) und Grünen (18) sagte sie: "Ich finde das gut, wenn man sich Mehrheiten suchen muss. Das ist ein Gewinn für die Demokratie."

Die ÖDP gibt keine Empfehlung ab, aber der Kreisvorsitzende Harald Kirsten geht davon aus, dass die meisten ÖDP-Wähler eher mit der Grünen sympathisieren.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB