Energiewende und Klimaschutz:Nahwärme aus Mörlbach

Energiewende und Klimaschutz: Die Firma Reiser, die Flugsimulatoren herstellt, macht sich Gedanken um die kommunale Wärmeplanung. In der Mörlbacher Firmenhalle beraten (v.li) Unternehmensgründer Wolfgang Reiser sowie die Geschäftsführer Florian Reiser und Roman Sperl.

Die Firma Reiser, die Flugsimulatoren herstellt, macht sich Gedanken um die kommunale Wärmeplanung. In der Mörlbacher Firmenhalle beraten (v.li) Unternehmensgründer Wolfgang Reiser sowie die Geschäftsführer Florian Reiser und Roman Sperl.

(Foto: Nila Thiel)

Die Gemeinde Berg nimmt die "Kommunale Wärmeplanung" in Angriff. Dabei setzt man auf staatliche Finanzierung und ein verheißungsvolles Privatprojekt.

Von Sabine Bader, Berg

Die Klimamanagerin der Landkreises, Josefine Anderer, dürfte zufrieden sein, wenn sie hört, dass nun auch die Gemeinde Berg die kommunale Wärmeplanung in Angriff nimmt. Im "Ausschuss für Nachhaltige Entwicklung" hatte sie erst vor zwei Wochen in der Ostufergemeinde vehement für das Projekt geworben. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend stimmten die Berger Gremiumsmitglieder nun mit großer Mehrheit dafür, einen Förderantrag zur Wärmeplanung zu stellen. Aus gutem Grund: Das Vorhaben wird mit bis zu 90 Prozent vom Bund gefördert.

"In jedem Fall ist es sinnvoll, in die Kommunale Wärmeplanung einzusteigen", sagte Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger (BG). Er rechnet damit, dass die Kosten des Vorhabens für seine Gemeinde letztlich bei unter 10 000 Euro liegen werden. "Auf diese Art und Weise sichern wir uns alle Optionen", sagte Steigenberger tags darauf zur SZ. Der Rathauschef ist sich sicher: "Das Gesetz wird kommen." Wie dann die landesrechtliche finanzielle Umsetzung aussehe, gelte es noch abzuwarten. "Mit diesem Beschluss vergeben wir uns aber nichts", glaubt Steigenberger.

Ohnehin ist ein zukunftsweisendes Wärmeprojekt im kleinen Berger Ortsteil Mörlbach bereits in Planung: Auf dem Betriebsgelände der Firma Reiser, die Trainings-Cockpits zur Pilotenausbildung entwickelt und fertigt, soll eine Nahwärmeanlage entstehen, erläuterte Rathauschef Steigenberger. Firmengründer Wolfgang Reiser habe die Modalitäten für das Vorhaben mit seiner Familie und den Geschäftsführern des Unternehmens bereits geklärt: Im Zuge des Neubaus einer weiteren Halle wolle man dort auch unterirdisch die Technik für eine Nahwärmeanlage unterbringen.

Anschluss für alle Mörlbacher Bürger möglich

Die Gemeindeverwaltung werde die Planung noch in den Bebauungsplan einarbeiten. Das Unternehmen Reiser wolle die Baumaßnahme planerisch so weit vorbereiten, dass man möglichst bald wisse, wo in der Straße Leitungen verlaufen sollen oder verlegt werden müssen. Steigenberger: "Grundsätzlich kann man dann ganz Mörlbach mit Nahwärme versorgen." Zwar wollen bislang noch nicht alle Hauseigentümer ihre Gebäude an eine zentrale Wärmeversorgung anschließen, schließlich haben etliche Bürger noch gut funktionierende Öl- oder Gas-Heizungen. "Aber die Haltung der Leute kann sich ja auch noch ändern", sagt Steigenberger, "wenn das Wärmegesetz kommt". Dann dürften einige Zögerliche ihre Meinung noch überdenken, glaubt der Bürgermeister.

Ein Faktum zeichnet sich bereits jetzt ab: Die Firma Reiser werde laut Steigenberger das Grundstück in Mörlbach zur Verfügung stellen, doch es soll eine eigene Gesellschaft gegründet werden, welche dann die Nahwärme betreibt und den Bürgern zur Verfügung stellt. "Man möchte, dass sich die Mörlbacher Bürger an der Nahwärme beteiligen können", sagte Steigenberger.

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