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Kosten steigen:Herrschinger Gymnasium soll größer gebaut werden

Ob es schon in diesem Herbst Herrschinger Gymnasiasten, wenn auch ausgelagert in andere Schulhäuser, geben wird? Auch diese Frage muss der Kreistag klären. Im Mai beginnen schließlich die Einschreibungen. Simulation: Schürmann Dettinger Architekten

Der Kreiskämmerer plädiert für den sofortigen vierzügigen Ausbau der Schule. Das ist einigen Kreisräten zu teuer.

Von Michael Berzl

In knapp einem Jahr könnte der Bau des neuen Gymnasiums in Herrsching beginnen, wenn keine größeren Probleme mehr auftauchen. In den nächsten Wochen ist das Kreisbauamt intensiv damit beschäftigt, Förder- und Bauanträge vorzubereiten. Währenddessen entbrennt gerade eine neue Debatte, wie groß das neue Schulhaus eigentlich werden soll. Kreiskämmerer Stefan Pilgram wirbt nämlich dafür, von Beginn an vierzügig zu planen und nicht erst später aufzustocken.

Im Bildungsausschuss des Kreistags erklärte er, "dass es wirtschaftlicher wäre, den zweiten Bauabschnitt sofort abzuwickeln". Den Gymnasiasten, die dort später einmal den Unterricht besuchen, blieben damit auch Beeinträchtigungen durch erneute Bauarbeiten erspart. Mit einer acht zu fünf Stimmen hat der Ausschuss am Donnerstag dieses Vorgehen gebilligt. Doch damit ist die Diskussion nicht abgeschlossen; an diesem Donnerstag befasst sich der Kreisausschuss mit dem Thema.

Bisher war davon ausgegangen worden, dass die Schule auf dem Mühlfeld im Süden Herrschings zunächst für jeweils drei Klassen eines Jahrgangs ausgelegt wird. Pilgrams neuer Plan bedeutet nicht nur, dass gleich mehr Platz geschaffen wird, sondern auch, dass der Landkreis, der sich ohnehin auf dem Weg in eine Rekordverschuldung befindet, nun wieder erheblich mehr Geld ausgeben müsste. Nach Berechnungen des Kämmerers würde der Kostenrahmen um 3,3 Millionen auf dann 87,8 Millionen Euro klettern. Und das, nachdem erst im Januar beschlossen worden war, zu streichen und zu sparen.

So blieb Kritik an der neuen Kehrtwende auch nicht aus. "Gerade haben wir eine Million eingespart, jetzt geben wir drei Millionen wieder aus", sagte die FW-Kreisrätin und Tutzinger Bürgermeisterin Marlene Greinwald. Und auch Kreisrat Rupert Monn aus Berg stimmte dafür, zunächst dreizügig zu bauen und bei Bedarf später aufzustocken. Während nun wieder über die Größe diskutiert wird, gehen die Vorbereitungen für Bau und Schulstart weiter. Der Kreisverkehr vor dem künftigen Schulgelände ist schon fertig, im kommenden Sommer werden Kanal- und Trinkwasserleitungen zu dem Gelände verlegt. Gleichzeitig wird die Ortsdurchfahrt von Herrsching komplett ausgebaut. Die letzte Schicht werde aber erst aufgebracht, wenn der Schulbau weitgehend abgeschlossen ist, damit die neue Fahrbahn nicht gleich wieder von den Baufahrzeugen ramponiert wird, sicherte Stefan Höck zu, der im Landratsamt für die Gebäudewirtschaft zuständig ist. Der Verbau eines Biotops am Schulgrundstück soll noch in diesem Herbst beginnen.

Auch der Unterricht für die ersten Herrschinger Gymnasiasten könnte im günstigsten Fall schon in diesem Herbst, wahrscheinlich aber erst ein Jahr darauf beginnen. Dafür sollen sogenannte Vorklassen gebildet werden, die im Carl-Spitzweg-Gymnasium Germering oder im Christoph-Probst-Gymnasium Gilching unterrichtet werden sollen. Die Entscheidung über den Ort und den Unterrichtsbeginn muss bald fallen, denn im Mai beginnt die Einschreibung, berichtete Höck.

© SZ vom 03.05.2021
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