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Demenzkranker vermisst:Dramatische Suche mit Polizeihubschrauber in Gilching

In der Nacht meldet die Mitarbeiterin eines Altenheims den 82-Jährigen als vermisst. Fast zwei Stunden später kann er mithilfe einer Wärmebildkamera aufgespürt werden.

Die nächtliche Suchaktion in Gilching nach einem 82-jährigen Mann hat am frühen Montagmorgen ein glückliches Ende gefunden: Ein Polizeihubschrauber entdeckte den Vermissten mit Hilfe einer Wärmebildkamera direkt an der S-Bahnstrecke zwischen den Ortsteilen Argelsried und Geisenbrunn.

Die Mitarbeiterin eines Gilchinger Altenheims in der Andechser Straße hatte den Heimbewohner gegen 1.30 Uhr bei der Germeringer Polizeiinspektion als vermisst gemeldet. Daraufhin wurden umgehend mehrere Streifen und ein Hundeführer nach Gilching entsandt, um nach dem dementen Rentner zu suchen. Dabei war angesichts der nasskalten Witterung eine gewisse Dringlichkeit gegeben: Der Vermisste ist einerseits auf Medikamente angewiesen, andererseits aber ist er auch noch recht mobil.

Ein Polizeihubschrauber, der von 2.30 Uhr an etwa 45 Minuten lang über Gilching kreiste und dabei vermutlich auch einige Anwohner aus ihrem Schlaf gerissen haben dürfte, entdeckte den Senior schließlich dank einer Wärmebildkamera in einem Graben an der S-Bahnstrecke zwischen Gilching-Agelsried und Geisenbrunn. Der Vermisste stand dort regungslos, hielt sich an einer Schutzplanke zu den Bahngleisen fest und konnte sich nicht mehr ohne Hilfe weiterbewegen. Eine Polizeistreife nahm ihn in ihre Obhut und brachte ihn zunächst zurück ins Altenheim. Leicht unterkühlt wurde der 82-Jährige dann per Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert.

© SZ vom 13.10.2020 / phaa

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