Colombo Kulinarisches aus Sri Lanka für abenteuerlustige Genießer

Frisch und schmackhaft: Die Gerichte im Colombo.

(Foto: Robert Haas)

Intensive Currys, farbenfrohe Gewürze: Das Colombo ist das einzige Restaurant Münchens, in dem gekocht wird wie in Sri Lanka. Und der perfekte Ort für Fleischfans, um Vegetarisches zu wagen.

Von Kurt Kuma

Das erste Sri-Lanka-Restaurant Münchens heißt es. Das ist ja schon mal ein schönes Alleinstellungsmerkmal. Und wie das heute so ist, guckt man zunächst neugierig auf die Website. Der Online-Auftritt ist professionell gemacht, das knallgrüne Elefanten-Logo hat zweifellos ein Profi gestaltet und eine Fotogalerie setzt das Lokal poppig in Szene. Von "Ayurveda-Küche" und Spitzenköchen aus Sri Lanka ist die Rede, das Ganze am Prinzregentenplatz, unweit von Käfer und dem Theater. Puh, das klingt nach großem Tamtam.

Zum Glück erweist sich das Restaurant Colombo in der realen Welt als erfreulich bodenständig. Man steigt einige Stufen in das Souterrain eines stattlichen Bürgerhauses hinunter. Der Fußboden ist altmodisch gekachelt, Stühle und Sitzecken sind mit gemustertem Stoff bespannt. Zu zarter Sitar-Musik heißt ein überaus freundlicher Kellner die Gäste Willkommen. Kein Chichi-Stress also. Man kann sich entspannt der Frage widmen, die sich vermutlich viele Erstbesucher stellen: Was ist hier anders als beim Inder?

Restaurants in München Speisen wie die Krieger
Mongo's

Speisen wie die Krieger

Das "Mongo's" am Oberanger serviert mongolische Küche, unter die sich auch Shrimps und Känguru mischen. Jeder Gast ist sein eigener Küchenchef - und bekommt mehr fürs Geld, als er essen kann.   Von Rosa Marín

Tatsächlich bietet auch Sri-Lankas Küche Currys in allerlei Daseinsformen, von rauchig-dunkel über süßsauer bis fruchtig-frisch und Kurkuma-gelb. Die klassischen Masalas Südasiens sind in den Gerichten allgegenwärtig, Kardamom, Koriander, Zimt, Kurkuma, Senfkörner und die oft unterschätzten Curryblätter. Angesichts der Vielfalt ist es nicht ganz einfach, durch die Speisekarte zu navigieren. Lieber "Kukul Mas Devil" oder "Negombo Isso"? Um eine Handreichung zu geben: Erstens wird die Karte hinten raus immer interessanter. Zweitens sollten auch Fleischfans hier Vegetarisches wagen - es ist der perfekte Ort dafür, auch wenn die Speisekarte Fleischgerichte in den Vordergrund rückt.

Und drittens: Wer nicht den ganzen Abend mit ein und demselben Curry verbringen will, sollte eine kleine kulinarische Rundreise buchen, unter der Rubrik "Platten". Dann kommen mehrere Schälchen verschiedener Currys sowie zwei Sorten Reis auf den Tisch (19,50/ 22,50). Gäste, die gerne herumprobieren und mit anderen teilen, dürften sich freuen. Zumal man für 5,50 Euro pro Schale weitere Gemüsecurrys dazukombinieren und den Tisch in eine Festtafel verwandeln kann.

Den Vorspeisenteller für zwei Personen hingegen fanden wir zwar deftig, aber nicht allzu raffiniert. Er besteht aus einem Hügel frittierter Bällchen, Röllchen und Scheibchen, dazu drei Dips. Die Füllungen sind zwar verschieden, von Fisch bis Gemüse, aber insgesamt weniger spannend als vieles andere auf der Karte. Die Currys zum Beispiel (Einzelpreis um die 17 Euro).

Schärfeempfindlichen Menschen sollten das dunkle Rindercurry "Harakmas Black Curry" in Betracht ziehen, sozusagen die südasiatische Version eines Boeuf Bourguignon. Geschmacklich von großer Tiefe fehlte uns hier jedoch Gemüse - und bei einem unserer Besuche war das Rind teils flachsig. Vielseitiger ist "Batalu Mas Curry" mit Lamm und zarten (nicht pürierten) Spinatblättern. Aufgrund der leichten Säure sowie Senfkörnern blieb uns auch "Kukul Mas Stew" positiv in Erinnerung, zumal sich hier Sri Lanka klar von Indien abzusetzen begann. Von den vegetarischen Gerichten entfaltete ein Auberginen-Curry mindestens so viel Gehalt und Aroma wie die meisten Fleischtöpfe.

Nah am Inder, aber spätestens ab der "Extrakarte" auch eigenständig.

(Foto: Robert Haas)

Erst bei weiteren Besuchen wagten wir uns in die "Extrakarte" vor. Hier zeigte sich der Unterschied zum indischen Subkontinent am deutlichsten. "Kottu Roti" zum Beispiel muss man sich wie die sri-lankische Version eines fried rice vorstellen, mit Fladenbrotstücken statt dem Reis. Das klingt rustikaler als es ist. Das Gericht (17,50 mit Huhn) schmeckt ausgezeichnet, sofern man eine etwas heimtückische Schärfe als Bereicherung empfindet.

Ohne die Bissigkeit von Chili kommt "Pol Roti" aus, ebenfalls mit Fladenbrotstücken - allerdings als Beilage mit eingebackenen Kokos-Flocken. Dazu wurden zwei Schälchen Curry, ein sanftes, mit Kardamom umwobenes Hühnchen sowie knallgelb gewürzte fruchtig-frische Linsen serviert. Ein Schälchen pikanter Tomatenstückchen lässt den Gast den Schärfegrad selbst regulieren. Eine Pudding-Nachspeise mit dem lustigen Namen "Watelappan" (7,50 Euro) fanden wir nicht allzu aufregend und arg knapp bemessen.