Mongo's Speisen wie die Krieger

Das Ambiente des Restaurants erinnert mit seinem postsowjetischen Charme ein klein bisschen an die mongolische Hauptstadt Ulan Bator.

(Foto: Robert Haas)

Das "Mongo's" am Oberanger serviert mongolische Küche, unter die sich auch Shrimps und Känguru mischen. Jeder Gast ist sein eigener Küchenchef - und bekommt mehr fürs Geld, als er essen kann.

Von Rosa Marín

Die Mongolei ist weit, weit weg. Mehr als 13 Flugstunden liegen zwischen München und Ulan Bator, der Hauptstadt. Man muss einsame Wüsten überwinden, über denen Steinadler kreisen, und viele hohe Berge, um in das Land der kämpferischen Reiter zu kommen. In ein einsames, abgelegenes Land, das sich stolz zwischen den Großmächten Russland und China behauptet. Wer nun in München kosten möchte, wie die Nachfahren von Dschinghis Khan sich an den Feuern der mongolischen Steppe laben, hat es recht bequem. Mitten in der Stadt, einfach zu erreichen am Oberanger, liegt Mongo's Restaurant. Hier wird tagtäglich mongolisches Barbecue zelebriert. Das bedeutet: so viel essen, wie man nur irgendwie schafft - nämlich viel Fleisch und Fisch, von den Köchen in der offenen Küche blitzschnell zubereitet.

Die Mongolei ist ein Land der Extreme, im Sommer kann es plus 40, im Winter auch mal minus 40 Grad haben. Da sollte man ordentlich etwas auf den Rippen haben, um den Winden der Tundra zu widerstehen. Und so ist es auch folgerichtig, dass das Restaurant-Konzept auf All you can eat beruht. 1998 hatten die Mongo's-Gründer mit einem Lokal in Essen begonnen. Seitdem läuft es rund: Inzwischen ist aus dem Mongolian BBQ eine kleine Kette geworden, es gibt Restaurants in Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Münster - und eben auch in München.

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Den Gedanken dahinter beschreiben die Gastronomen auf ihren Speisekarten so: "Die ziehenden Völker, Krieger und Nomaden schufen ein Weltreich von den Satteln ihrer Pferde aus. Dabei ernährten sie sich schnell, nahrhaft und natürlich von allem, was die Gegend, in der sie sich befanden, zu bieten hatte." Modernisiert haben die Betreiber lediglich die Zubereitungsart: Früher brieten die rauen Krieger ihr Fleisch auf den Schilden, nun kann man Köchen durch Glasscheiben zuschauen, wie sie auf riesigen Platten das zubereiten, was man sich zuvor zusammengestellt hat.

Im Prinzip läuft es so, dass man beim Kellner zuerst eine Wunschmarinade wählt. Je nachdem, wie viel Hunger man hat, können es auch drei, vier, fünf verschiedene sein, man kann ja nach Herzenslust zum Buffet gehen. Die Leute vom Service, alle überaus aufmerksam und freundlich, der Erscheinung nach aber null mongolischen Ursprungs, markieren dann mit Kreide auf einem Brett, welche Marinade der Gast wünscht. Eine Auswahl: Mongo's Barbeque-Marinade, passend zu Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, mit würzigem Rauchgeschmack, dunkler Sojasauce, Sambal Olek und Knoblauch. Thais Red Curry, bestehend aus roter Currypaste und cremiger Kokosmilch, Tomatenmark und Knoblauch.

Rosa Marín konnte sich besonders erwärmen für die Marinade Malay Satay mit fernöstlicher Anmutung durch Erdnusspaste, Honig und Zitrone. Es gibt noch etwa zehn weitere Marinaden, man kann sie übrigens auch ganz weglassen, was die Sache etwas erleichtert. Denn nach dem ersten Testbesuch, der zwei Hauptspeise-Schälchen beinhaltete, fühlten sich die Mitstreiter am Tisch extrem voll, fast unwohl. Obwohl die Küche frei von Glutamat und Gluten sei, wie es in der Karte heißt.

Welche Marinade darf es sein? Die Auswahl ist riesig.

(Foto: Robert Haas)

Auf das Brett stellt man dann ein Schälchen und geht zum Buffet. Klein geschnitten und gut gekühlt warten Rind, Schwein, Rentier, Lamm oder auch mal Krokodil, Strauß und Känguru - die jetzt nicht so typisch für die Mongolei sind, die übrigens ein Binnenland ist. Dafür ist die Fischauswahl aber ebenso reichlich: Von Shrimps bis Zackenbarsch, Calamari bis Mahi Mahi, Papageifisch, Lachs bis Tilapia. Das Angebot wechselt saisonal. Tofu, asiatische Nudeln und Co. sind ebenfalls mit von der Partie. Daneben gibt es ein Gemüsebuffett mit Chinakohl, Sprossen, Ingwer, Spinat, Pilzen, Wasserkastanien oder Kochbanane. Die Mischung stellt man selbst zusammen und reicht es dem Koch im Schälchen. Wenig später kommt alles, mit der Marinade, heiß an den Tisch. Alles ist frisch und tadellos.

Die Preise im Mongo's sind wirklich in Ordnung. Wer "Mongo's Total" für 26,90 Euro wählt, bekommt Currybrot und eine Suppe vorab, Tomate-Kokos zum Beispiel, pikant und stimmig gewürzt. Ans Buffet geht man dann, so oft man will. Sympathisch: Für Kinder bis zwölf Jahre kostet das Gesamtpaket zehn Euro, für Kinder bis sechs Jahre ist das Essen kostenlos, pro Erwachsenem allerdings auf ein Kind begrenzt. Wer weniger Appetit hat, wählt "Mongo's One Way" für 17,90 Euro, begrenzt auf einen Hauptgang. "One Way Veggie" kostet 15,90 Euro. Danach warten Desserts wie Himbeer-Zitronengras-Creme brûlée (6,90 Euro) oder "Death by Chocolate" (5,90). Letzteres hat Suchtpotenzial: Lauwarmer Schokokuchen zerfließt unter softem Vanilleeis. Grandios.

Am Sonntag ist das Lokal durchweg sehr gut besucht, von Familien mit Kindern, von vielen jungen Paaren und Gruppen. Das liegt am "Asia Brunch" für 22,90 Euro, für Gäste bis zwölf Jahre für zehn Euro. Suppe und Vorspeisen wie ein sensationell saftiger Mango-Chilli-Salat oder Algen-Sesam-Salat im Gläschen sind die Grundlage. Dann kommt das Mongo's-Total-Paket und später das Dessertbuffet. Hier war das Pflaumenmousse mit angenehmer Zimtnote perfekt, der Mango-Joghurt im Glas jedoch uninspiriert und langweilig.

Das Mongo's ist nicht so gemütlich wie eine mongolische Jurte, jene runden weißen Zelte, die die Steppe sprenkeln. Das Restaurant befindet sich in einem schwer zu bespielenden Raum, der ein wenig den postsowjetischen Charme der Bauten in Ulan Bator verströmt. Die Inhaber haben versucht, den Charakter einer Hotellobby mit warmen Lichtern, goldener Deko, dunklem Holz und schönen mongolischen Konterfeis abzumildern. Das ist ihnen halbwegs gelungen. Und in erster Linie geht es in diesem Lokal ja vor allem auch um den Spaß, sein eigener Küchenchef zu sein.