Neubau an der Schwanthalerhöhe Mutiger Plan

Auf der noch freien Fläche vor dem Central Tower soll der Hotel-Komplex entstehen.

(Foto: Büro Weikenmeier, Kunz und Partner)
  • Auf dem Grundstück an der Landsberger Straße zwischen Donnersbergerbrücke, Bahngleisen und Central Tower München soll ein Komplex mit zwei Hotels der Hilton-Gruppe entstehen.
  • Das Projekt sorgt für Debatten unter Architekturexperten.
  • Architekten verlangen an dieser Stelle eine klare Formensprache und markante Gebäude.
Von Alfred Dürr

Neue Hotels entstehen zur Zeit in vielen Bereichen der Stadt, und der Bedarf an zusätzlichen Zimmern zum Übernachten scheint noch lange nicht gedeckt. Im Reigen dieser aktuellen Projekte ragt ein Bauvorhaben heraus und sorgt für Debatten unter Architekturexperten. Auf dem Grundstück an der Landsberger Straße zwischen der Donnersbergerbrücke, den Bahngleisen und dem Hochhaus Central Tower München mit seinen 23 Stockwerken soll ein Komplex mit zwei Hotels der Hilton-Gruppe entstehen. Dabei handelt es sich um die Marken Hilton Garden Inn und Hampton by Hilton, die bisher noch nicht in München vertreten sind. Rund 360 Zimmer sind in dem Neubau geplant.

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Das Areal liege an einer markanten Stelle der Stadt, heißt es im Planungsreferat - direkt am Mittleren Ring und an den Gleisen zum Hauptbahnhof. Deswegen sei das Erscheinungsbild des Hauses, das sechs Etagen und ein Terrassengeschoss erhalten soll, von besonderer Bedeutung. Das Projekt musste aus diesem Grund den Fachleuten der Stadtgestaltungskommission vorgelegt werden.

Wichtiger Beitrag zur Stadtreparatur

Lange Zeit sei das Grundstück die letzte freie Fläche an der Bahnachse Hauptbahnhof - Laim - Pasing gewesen, erläuterte Architekt Norbert Weikenmeier aus dem Münchner Büro Weikenmeier, Kunz und Partner: "Wir machen mit dem Hotelbau aber keine Resteverwertung, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zur Stadtreparatur." Dies solle mit einer "zeitlosen und nicht modischen Architektur" geschehen. Das Büro Weikenmeier ist auch für die Gestaltung der benachbarten Donnersberger Höfe verantwortlich. Dieses Großprojekt mit 177 Mietwohnungen entlang der Landsberger Straße wurde vor drei Jahren fertig.

Bei dem Hotel-Neubau sei nicht die Zurückhaltung das Thema, sagte Architekt Ludwig Wappner in der Stadtgestaltungskommission: "Ich wünsche mir an dieser Stelle mehr Mut, ein kraftvolles und eigenständiges Auftreten." Auch sein Kollege Peter Scheller argumentierte in diese Richtung. Wenn man schon die Chance habe, an diesem speziellen Ort ein Hotel zu errichten, dann solle das auch durch eine besondere Architektur zum Ausdruck kommen und nicht wie ein gewöhnliches Bürohaus aussehen. Der Neubau müsse "Präsenz und Kraft" ausstrahlen, sagte Architekt Florian Fischer.

Eingerahmt wird das Hotelareal von den Bahngleisen und der Donnersbergerbrücke.

(Foto: Büro Weikenmeier, Kunz und Partner)

Ein markanter Fleck

Denn es geht nicht nur um vielbefahrene und laute Verkehrsachsen, die das Hotel einrahmen werden. Gerade diese Ecke an der Stadteinfahrt ist geprägt durch besondere Bauwerke. Dazu gehören die mächtigen Auf- und Abfahrtsrampen der Donnersbergerbrücke, die zu den meistbefahrenen Straßenabschnitten Europas gehört. Aber noch wichtiger ist das stattliche Hauptzollamt, das 1912 seinen Betrieb aufnahm. Der durch den Jugendstil und die Reformarchitektur geprägte Bau fällt Autofahrern oder Zugreisenden vor allem auch durch seine 45 Meter hohe Glaskuppel auf.

Prägend sind außerdem der von Architekt Heinz Musik entworfene Central Tower München mit seiner charakteristischen Rundform. Mit der Antennenanlage bringt es der Turm immerhin auf eine Höhe von 115 Metern. Zu dem Gebäudekomplex gehört ein Basisbau mit fünf Stockwerken. Auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke befindet sich das in den Jahren 1996 bis 2002 errichtete Mercedes-Center von Architekt Peter Lanz mit seinem 65 Meter hohen runden Turm, der an der Kreuzung von Mittlerem Ring und Arnulfstraße einen deutlichen Akzent setzt.

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Die Investoren sind überzeugt, dass in dieses Umfeld ein Hotel gut passt. Die zentrale Lage und die Nähe zu den Unternehmen in den umliegenden Bürogebäuden seien Pluspunkte, sagt Architekt Norbert Weikenmeier: "Wir sind hier am Puls der Stadt." Er will wie bei seinen Donnersberger Höfen mit einer klaren architektonischen Formensprache auch den Hotelkomplex gestalten. Da aber die Fassaden die Experten der Kommission nicht überzeugten, muss nachgearbeitet werden. "Wir werden Veränderungen am Erscheinungsbild vornehmen", sichert der Architekt zu, "damit wir eine stärkere Wirkung erzielen". Baubeginn soll im Herbst sein.