Nachfolger des Molos Die Milchbar-Betreiber eröffnen ein neues griechisches Lokal

Hommage an die Griechin Melina Merkouri: Florian Faltenbacher (links) und Ramiz Suljic.

(Foto: Catherina Hess)
  • Die Brüder Florian und Jakob Faltenbacher eröffnen in der Maistraße ihr neues Lokal Taverna Melina Merkouri - dort, wo sie früher das Restaurant Molos führten.
  • Ihr Club Milchbar ist nach mehr als 20 Jahren längst ein Klassiker des Münchner Nachtlebens, die neue Location soll aber ein reines Speiselokal werden.
Von Franz Kotteder

"Hier wollen wir erwachsen werden", sagt Florian Faltenbacher. Der 47-jährige Szene-Gastronom weiß schon, dass er bei den Anwohnern unter Beobachtung steht, wenn er zusammen mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Jakob ein neues Lokal aufmacht: "Klar, Party war schon immer unsere Kernkompetenz, aber das machen wir hier nicht."

Ihr Club Milchbar ist nach mehr als 20 Jahren längst ein Klassiker des Münchner Nachtlebens, und ihre griechische Taverne Cavos in der Reitschule an der Königinstraße, die an Silvester 2014 schloss, war viereinhalb Jahre lang ein Ort überschwänglicher Feste, bei denen der Sirtaki oft wichtiger war als das Souvlaki und um Mitternacht kollektiv die Servietten zur Decke geworfen wurden.

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Das soll nun freilich ganz anders werden, in der Maistraße 26. Hier eröffnen die beiden Faltenbachers ihr neues Lokal Taverna Melina Merkouri - genau dort, wo sie früher auch schon mal ein griechisches Restaurant hatten, das Molos. Diesmal soll es eine ganz normale griechische Gaststätte werden, sagt Jakob Faltenbacher, "das wird kein Laden, in den man zum Feiern hingeht".

Und Bruder Florian ergänzt: "Wenn man Partys macht, ist der Laden zwar am Wochenende rappelvoll, aber unter der Woche kommt keiner." Die Taverna Melina Merkouri soll eher ein Speiselokal werden, so wie das Kalypso in der Agnesstraße, das ebenfalls zum Gastroreich der Faltenbachers gehört.

Überhaupt ist der sogenannte "Szene-Grieche", eine Besonderheit der Münchner Gastronomie, inzwischen etwas aus der Mode und spätestens seit der Euro-Krise ohnehin in Schwierigkeiten geraten. Das Kytaro hat nach dem fünften Umzug sein langes Siechtum erst einmal abgeschlossen und existiert nicht mehr - obwohl die Betreiber auf der noch bestehenden Website ankündigen, dass es am alten Standort in der Prinzregentenstraße "Ende 2017" weitergehen soll. Das Cavos musste wegen seiner ausufernden Partys bis in den frühen Morgen und vor allem wegen Anwohnerbeschwerden schließen.

So etwas wollen die Faltenbachers natürlich vermeiden, auch wenn sie bei ihrer Taverna Melina Merkouri wieder mit dem Cavos- und Molos-Weggefährten Petros Bakirtzis und mit Geschäftsführer Ramiz Suljic (zuvor Cavos und Kalypso, dann Fugazi No. 15) zusammenarbeiten. Auf der anderen Seite dürfte es bei der Lage am Rande des Ausgehviertels auch nicht zu langweilig werden. Die rund 130 Plätze drinnen - und noch einmal so viele draußen vor dem Lokal - müssen schließlich auch entsprechend viele Gäste anlocken.

Denen können die Faltenbachers, die als Kinder selbst fünf Jahre in Griechenland gelebt haben, dann erklären, wer Melina Merkouri gewesen ist: eine griechische Schauspielerin und Schlagersängerin, die es später bis zur Kulturministerin ihres Landes gebracht hat. So gesehen darf man gespannt sein, was aus den beiden Faltenbachers später mal wird.

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