Neubaugebiet im Westen Münchens:Anwohner befürchten mehr Verkehr

Neubaugebiet im Westen Münchens: So soll die Siedlung am Dreilingsweg einmal aussehen. Doch beim Verkehrsfluss zum neuen Quartier gibt es noch einige Unklarheiten.

So soll die Siedlung am Dreilingsweg einmal aussehen. Doch beim Verkehrsfluss zum neuen Quartier gibt es noch einige Unklarheiten.

(Foto: MLA +, Berlin mit Lohrengel Landschaft, Berlin)

Fast tausend Wohnungen samt der notwendigen Infrastruktur sollen am Dreilingsweg im Münchner Westen entstehen. Doch die Verkehrswege sind noch ungeklärt.

Von Ellen Draxel

Es sind "nur" 950 Wohnungen, dazu soziale Infrastruktur, Nahversorgungsangebote und ein geplantes Gymnasium - doch wie die Stadt ihr Neubaugebiet am Dreilingsweg an das Verkehrsnetz im Münchner Westen anschließen will, wird einmal mehr zur Belastung für ein an sich allerorten begrüßtes Projekt. Es ist davon auszugehen, dass sich die Kritiker - vor allem aus der direkten Nachbarschaft in Pasing und Obermenzing - bei der eigens von der Verwaltung angesetzten Debatte an diesem Dienstag, 14. November, um 19 Uhr in der Aula der Grundschule an der Grandlstraße deutlich zu Wort melden werden.

Dies umso mehr, als entscheidende Festsetzungen zu dem bisher vor allem landwirtschaftlich genutzten Baugebiet zwischen der Stuttgarter Autobahn (A8) im Osten und der Straße An der Langwieder Haide im Westen noch nicht getroffen sind. Die Bedenken der Nachbarn haben also durchaus noch Chancen, in das Bauvorhaben einzufließen. Dabei geht es sowohl um den Individual- als auch den öffentlichen Verkehr.

So ist eine West-Ost-Achse geplant, die westlich an die Straße An der Langwieder Haide und im Osten an die Mooswiesen- und Bergsonstraße sowie die Alte Allee anschließt. Eine Buslinie soll durch das Planungsgebiet von West nach Ost führen. Doch ob Privatautos diese Fahrbahn auch benutzen dürfen oder nicht, sei noch gar nicht beschlossen, bestätigt der städtische Planungssprecher Ingo Trömer.

Die Haltung der Nachbarn, artikuliert über die Interessengemeinschaft "Alte Allee/Bergsonstraße", ist dabei klar: "Wir wollen, dass der Verkehr der neuen Siedlung in der Siedlung bleibt, die Planstraße also für Anlieger offen ist", sagt der Vorsitzende Helmut Rothballer. Werde der Durchgangsverkehr innerhalb des Dreilingswegs blockiert, drohe ein Abfließen in die Nachbarviertel - zumal sich auch die etwa 2200 künftigen Bewohner am Dreilingsweg am ehesten nach Pasing und Obermenzing orientieren dürften.

Der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing hat seine in Verkehrsfragen ebenfalls distanzierte Haltung zum Bauvorhaben auf den 14 Hektar am Stadtrand nördlich des Obermenzinger Friedhofs noch grundsätzlicher formuliert. So gebe es inzwischen ein Verkehrskonzept für den Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied, doch die angrenzenden Stadtbezirke würden darin komplett ausgespart, hieß es in der jüngsten Sitzung. Die Lokalpolitiker fordern deshalb eine übergreifende Verkehrsbetrachtung, die auch Pasing-Obermenzing und Allach-Untermenzing einschließt - sonst seien Verbesserungen in einem Stadtbezirk "auf Kosten der Situation in einem anderen" zu befürchten.

Irritationen hat schließlich ein neuer Passus im Erschließungskonzept für die Bebauung am Dreilingsweg ausgelöst. So soll die Fahrbahn der Ost-West-Achse so breit dimensioniert sein, dass "gegebenenfalls auch eine Tramlinie" - konkret eine Weiterführung der Linie von der Amalienburgstraße bis nach Freiham - aufgenommen werden kann. Ein gemeinsamer Vorstoß der CSU und der Grünen im Bezirksausschuss lehnt das entschieden ab. Die Fraktionen sehen darin "nicht das geeignete Verkehrsmittel".

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