Münchner Straßen: Maximilianstraße:Mehr als Prunk und Glamour

Gut 1200 Meter Luxuslabels und Prachtbauten - dafür ist die Maximilianstraße bekannt. Aber Münchens teuerste Straße bietet mehr als shoppende Prominente.

Elisabeth Schmidt

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Serie Münchner Straßen - Maximilianstraße

Quelle: Elisabeth Schmidt

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Gut 1200 Meter Luxuslabels und Prachtbauten - dafür ist die Maximilianstraße bekannt. Aber Münchens teuerste Straße bietet mehr als shoppende Prominente.

Die Maximilianstraße ist Münchens teuerste Straße. Sie beginnt in der Altstadt beim Nationaltheater (im Bild) und verläuft schnurgerade nach Südosten - über die Isar, bis hin zum Maximilianeum. Benannt ist die Straße nach König Max II. (1811-64). Mitte des 19. Jahrhunderts beauftragte er den Architekten Friedrich Bürklein, eine Prachtstraße zu entwerfen. Baubeginn war 1853; die Fertigstellung 21 Jahre darauf erlebte der König allerdings nicht mehr. Heute lockt die Maximilianstraße mit einer edlen Mélange aus Kunst, Kultur, Kulinarischem und Kaufrausch.

Münchner Cafe "L'Opera"

Quelle: Stephan Rumpf

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Unter italienischen Arkaden kann man in der Maximilianstraße 2 nicht nur Wein oder Espresso genießen. Das Café Opera ist auch ein beliebtes Plätzchen, um Events wie der ''Oper für alle'', einem Oper-Open-Air, oder auch der ''Langen Nacht der Musik'' zu lauschen. In der lauen Abendluft wehen die Töne vom Nationaltheater herüber. Karl Fischer hat das Theater 1811 bis 1818 errichtet, aber schon bald musste es nach einem Brand renoviert werden. Den Wiederaufbau übernahm 1823 Leo von Klenze. Der 2. Weltkrieg zerstörte das Nationaltheater fast vollständig. Seit 1963 ist es der Öffentlichkeit wieder zugänglich.

Serie Münchner Straßen - Maximilianstraße, 15.03.2011

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Die Maximilianstraße bietet Kultur vom Feinsten. Hier gibt es vier Theater: das Residenz-, das Nationaltheater, das GOP Varieté-Theater (das ehemalige Boulevard-Theater "Kleine Komödie am Max II" ) und die Münchner Kammerspiele. Die Kammerspiele (im Bild) fallen immer wieder mit modern-inszenierten Schauspielen auf. Seit 1926 ist das Theater in der Maximilianstraße untergebracht. Davor waren die Kammerspiele im Münchner Lustspielhaus in der Augustenstraße.

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Architektonisch ist die Maximilianstraße ein Mischmasch unterschiedlicher Baustile. Das war von Max II. ausdrücklich so gewollt. Denn im 19. Jahrhundert war es ''in'', auf Stile der vergangenen zwei Jahrtausende zurückzugreifen. Historismus nennt man das. Die Idee war nicht etwa, Baustile zu kopieren, sondern sie zu vollenden. Auf der Maximilianstraße finden sich neugotische Bauten und Gebäude, die im Renaissance-Stil erbaut sind.

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In den schmucken Gebäuden locken teure Läden mit Luxus-Artikeln: Mode, Schuhe, Uhren, Optik, Kosmetik, Wohndesign und Accessoires, aber auch Juweliere und Kunstgalerien. Da alle Preise - passend zur Straße - königlich sind, traut sich kaum jemand ohne dickes Portemonnaie in die Geschäfte.

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Die Schaufenster-Auslagen sind exquisit. Ausgesuchte Artikel werden kunstvoll in Szene gesetzt. So mancher Münchner wird auf der Maximilianstraße gesichtet, der sich zwar keinen der Luxus-Artikel leisten kann. Der dafür aber das Window-Shopping in vollen Zügen genießt.

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Alles, was in der internationalen Modewelt Rang und Namen hat, lechzt schier nach einem Platz auf der Maximilianstraße. Neben der Düsseldorfer Königsallee ist sie Deutschlands renommierteste Luxusmeile.

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Etwa 70 Geschäfte gibt es in der Maximilianstraße, darunter Labels wie Cartier, Dior, Jil Sander, Anne Fontaine, Louis Vuitton, Chanel, Gucci, Escada, Hugo Boss, Ralph Lauren oder Giorgio Armani.

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Besonders attraktiv: die Maximilianhöfe (Hausnummer 13 und 15). 2003 wurden sie eröffnet - ein Gebäudekomplex, der aus der Probebühne der Bayerischen Staatsoper, dem Neubau des Bürkleinbaus und dem Maximilianhof besteht. In diesem begrünten Innenhof laden Restaurants und Espressobars zum Verweilen ein. Imposant: Die denkmalgeschützte Säulenhalle der ehemaligen Stallungen der königlichen Hofreitschule aus dem 18. Jahrhundert ist in das moderne Bürogebäude integriert (im Bild links). Das alte, dreischiffige Kreuzgewölbe wird von der gläsernen Fassade des sechs Stockwerke hohen Gebäudes umschlossen und bleibt so nach außen hin sichtbar.

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Der dritte Baukörper der Maximilianhöfe ist der ''Bürkleinbau''. Die Fassade, die zur Maximilianstraße zeigt, wurde nach den historischen Vorgaben des Architekten Friedrich Bürklein aus dem Jahr 1858 rekonstruiert. Hinter der Fassade befinden sich auf bis zu drei Etagen edle Ladenlokale.

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Auf der Maximilianstraße kann man nicht nur die heimische Schickeria antreffen, sondern auch internationale Prominente. Die residieren meist im Vier Jahreszeiten. Es ist eines der teuersten Hotels in München und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von König Max II. in Auftrag gegeben. Es sollte das nobelste Stadthotel werden, das es bis dato gegeben hat. Immerhin hatten damals alle Zimmer eine Gasbeleuchtung. Heute gibt es in der ''Ludwig Suite'' im Hotel Vier Jahreszeiten einen eigenen Whirlpool und eine Sauna.

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Die Maximilianstraße hat aber auch Staatsbauten zu bieten. Die Regierung von Oberbayern ist in einem 170 Meter langen Gebäudetrakt untergebracht. Auftraggeber war ebenfalls Max II. Mitte des 19. Jahrhunderts wünschte sich der bayerische König von seinem Architekten Friedrich Bürklein eine Schaufront, die mit Terrakotta verkleidete wurde und so die staatstragende Bedeutung der Räumlichkeiten herausstreichen sollte. Die fast 30 Meter hohe Fassade ist im neugotischen Stil erbaut. Nach seinem Liebhaber wird dieser auch Maximilianstil genannt.

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Gegenüber der Regierung von Oberbayern liegt das Staatliche Museum für Völkerkunde. Seit 1926 zeigt es Kunst und Kultur aus Afrika, Asien, Amerika und Ozeanien und ist mit rund 150.000 Exponaten das zweitgrößte Völkerkundemuseum in Deutschland. Von seiner Idee her gibt es das Völkerkundemuseum aber schon viel länger: Bereits im frühen 19. Jahrhundert hatten die Wittelsbacher Herrscher Ethnografien gesammelt - Schriftstücke, die fremde Kulturen beschreiben.

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Kurz vor der Isarbrücke, im Schnittpunkt von Maximilian- und Thierschstraße steht das Maxmonument. Das Münchner Großbürgertum hatte Caspar Zumbusch mit dessen Bau (1867-75) beauftragt. Mit dem Denkmal, das Max II. zeigt, bekannte sich das Großbürgertum zur konstitutionellen Monarchie. Der ''Bürgerkönig'' Max II. hatte 1848 für eine Verfassungsreform gesorgt, die dem Bürgertum mehr Rechte einräumte. Beispielsweise wurden die Mitglieder der 2. Regierungskammer nicht mehr nach Berufsgruppen gewählt und der Landtag konnte Gesetzesinitiativen durchführen.

Serie Münchner Straßen - Maximilianstraße, 15.03.2011

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Max II. war auch Gründer des Maximilianeums, einer bayerischen Hochbegabtenförderung, die der König 1852 für "Jünglinge von hervorragender geistiger Begabung und tadelloser sittlicher Führung" begründete. Fünf Jahre darauf wurde zu diesem Zweck das Gebäude des Maximilianeums errichtet. Heute ist es vor allem deshalb bekannt, weil hier der Bayerische Landtag seinen Sitz hat. Somit startet die Maximilianstraße königlich bei der Residenz und endet demokratisch beim Maximilianeum - dazwischen liegen gut 1200 Meter Prunk und Glamour.

© sueddeutsche.de/sonn
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