Bilanz:Münchner Messe will wieder Gewinn machen

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Bilanz: Die Hallen der Münchner Messe sollen sich nach den Corona-Ausfällen wieder füllen.

Die Hallen der Münchner Messe sollen sich nach den Corona-Ausfällen wieder füllen.

(Foto: Robert Haas)

Nach den verlustreichen Jahren der Corona-Pandemie rechnen die Geschäftsführer in diesem Jahr mit schwarzen Zahlen - trotz Ukraine-Krieg und Gaskrise.

Die von der Pandemie schwer gebeutelte Münchner Messe hofft ungeachtet der unsicheren Weltlage auf schwarze Zahlen. Ziel für dieses Jahr sind 250 Millionen bis 300 Millionen Euro Umsatz sowie ein Gewinn vor Steuern und Abschreibungen, wie die beiden Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel am Donnerstag mitteilten. In den vergangenen beiden Jahren hatte die Messe Verluste gemacht und weniger als die Hälfte ihrer vor der Pandemie gewohnten Umsätze erzielt. Viele Veranstaltungen konnten wegen der Corona-Beschränkungen nicht oder nur online stattfinden.

Die zwei Messechefs gehen davon aus, dass der pandemiebedingte Trend zur Onlinetagung Messen nicht überflüssig machen wird - eher im Gegenteil: "Was wir erleben, ist großer Nachholbedarf", sagte Rummel. "Der persönliche Kontakt und die menschliche Begegnung lassen sich nicht ersetzen." Die Münchner Messe ist nach Frankfurt die zweitgrößte in Deutschland. Wegen der Verluste hatte sich die Messegesellschaft einem Sparprogramm unterzogen und ihre Belegschaft um ein Viertel verkleinert.

Im Ausland ist die Münchner Messegesellschaft mit zahlreichen Tochterveranstaltungen aktiv, insbesondere in China. Dort ist der Messebetrieb wegen Corona-Beschränkungen allerdings nach wie vor kaum möglich. Ein Rückzug aus China ist aber nicht geplant: "Da wollen wir auch weiterhin bleiben", sagte Pfeiffer. Bei ihren heimischen Veranstaltungen leidet die Messe unter einem Besucher- und Ausstellerrückgang von etwa einem Drittel. Pfeiffer und Rummel gehen jedoch davon aus, dass der Rückgang dauerhaft eher die kleineren Messestandorte treffen wird. "Da sind wir froh, dass wir in der Regel die Nummer eins, die Leitmesse der jeweiligen Branche haben", sagte Rummel.

Höhepunkt des vergangenen Jahres war die erstmalige Ausrichtung der früher in Frankfurt beheimateten Automesse IAA. Die grün-rote Mehrheit im Münchner Stadtrat hat dafür gestimmt, die großen Ausstellungsflächen der Autohersteller unter freiem Himmel auf den schönsten Plätzen der Landeshauptstadt einzuschränken - zum Ärger des Autoverbands VDA. Die Münchner Messe sei jedoch zuversichtlich, die IAA in München halten zu können, sagte Rummel. Auch von der Gaskrise bleiben die Messe und ihre Besucher nicht verschont: Im Sommer wird weniger gekühlt, und im Winter etwas weniger geheizt, wie Pfeiffer erläuterte.

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