Diskussion über Bauvorhaben:Wohnprojekt am Westpark

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Diskussion über Bauvorhaben: Dr Westpark verträgt nur bedingt hohe Nachbargebäude, finden Lokalpolitiker.

Dr Westpark verträgt nur bedingt hohe Nachbargebäude, finden Lokalpolitiker.

(Foto: Robert Haas)

Die städtische Gesellschaft GWG plant bis zu 188 Apartments nach höchsten Standards zu errichten. Lokalpolitiker finden ein achtgeschossiges Gebäude direkt an der Grünzone allerdings "bedenklich".

Von Jürgen Wolfram

Gegen den Bau von Wohnungen hat der Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark in der Regel nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil. Ein Projekt der kommunalen Wohnungsgesellschaft GWG hat im Stadtteilgremium dennoch "Diskussionsbedarf" geweckt. Es geht um eine geplante Anlage mit bis zu 188 Wohnungen, Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen sowie einer Tiefgarage, welche die GWG an der Ecke Preßburger/Garmischer Straße realisieren will.

Die kritischen Fragen der Lokalpolitiker zielen auf einen Hochpunkt mit acht Stockwerken, der dort, unmittelbar angrenzend an den Westpark, entstehen soll. Ob diese "Höhenentwicklung" ins Gelände passt, wie viele Bäume gefällt werden müssen, wie die Nutzung des Erdgeschosses aussieht - über all das will der BA mehr Klarheit haben. Einstweilen hält er es für "bedenklich", was da im Vorbescheid zum Vorhaben zu lesen ist. "Wir sollten das Gesamtvorhaben mit dem Antragsteller nochmal besprechen", riet der Vorsitzende des Unterausschusses Bau, Stadtplanung und Umwelt, Uwe Kramm (Grüne).

Die GWG hat unterdessen auf Anfrage detailliert dargelegt, was sie in Sendling-Westpark vorhat. Sie betont, dass familien- und seniorengerechte Wohnungen entstehen sollten, wobei sich die Förderquote an der üblichen Münchner Mischung orientiere. Im Erdgeschoss würden Gewerbeeinheiten mit Brutto-Grundflächen von 3100 bis 3600 Quadratmetern vorgesehen. "Die Neubauüberlegungen sehen zudem einen Quartiersplatz mit Gewerbeeinheiten vor, der eine Aufwertung des Gesamtareals bedeutet und Raum für Angebote derzeit fehlender Infrastruktur bietet", hebt die GWG im Zusammenhang mit ihrem Konzept hervor.

Die Wohnungen werden barrierefrei und energetisch effizient

Das Plangebiet grenzt im Norden an den Westpark, im Osten an die Garmischer Straße. Die Tiefgaragen-Zufahrt soll über die Preßburger Straße erfolgen. Gegenwärtig befinden sich auf dem betreffenden Grundstück fünf dreigeschossige Riegel mit insgesamt 90 Wohnungen, die im Jahr 1960 errichtet wurden. Der Neubau biete nun die Möglichkeit, sämtliche Wohnungen barrierefrei auszuführen, heißt es weiter in der Projektbeschreibung der Wohnungsgesellschaft. Ferner eröffne sich die Chance auf eine zeitgemäße Wohnungsmischung von Apartments bis hin zu großen Familienwohnungen. In energetischer Hinsicht würden höchste Standards eingehalten, wo jetzt noch dezentral mit Einzelöfen geheizt wird. Geplant sei nicht zuletzt eine "Aktivierung der Dachflächen" mit Begrünung, Photovoltaik-Anlagen und Gemeinschaftsbereichen.

In München acht Stockwerke aufzuschichten, das ist für die GWG nicht mal mehr der Erwähnung wert. Im Bezirksausschuss Sendling-Westpark konnte auch CSU-Fraktionssprecher Alfred Nagel darin kein Problem erkennen: "Auf der anderen Straßenseite stehen doch längst Gebäude dieser Höhe." Mit seiner gänzlich unkritischen Sichtweise stand Nagel jedoch allein da. Mehrheitlich halten die Lokalpolitiker erhöhte Wachsamkeit für geboten, wenn Bauvorhaben sich an den Westpark heranschieben.

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