Verkehrssicherheit:Smileys fürs Tempolimit

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Auf Wunsch von Lokalpolitikern schafft die Stadt 50 Dialog-Displays an. Doch ein Pilotversuch hat gezeigt: Die Wirkung der elektronischen Geschwindigkeitsanzeigen ist äußerst gering.

Von Ellen Draxel

Es gibt Themen, die in den Sitzungen aller 25 Münchner Bezirksausschüsse regelmäßig aufkommen: Geschwindigkeitsüberschreitungen sind so ein Thema. Die Lokalpolitiker hatten die Stadt deshalb gebeten, sogenannte Dialog-Displays anzuschaffen, wie sie bereits in vielen Umland-Gemeinden zu finden sind. So heißen die Geschwindigkeitsanzeigen im Fachjargon, die meist am Ortseingang oder vor Schulen und Kindergärten stehen und freundlich daran erinnern, doch bitte das vorgeschriebene Tempolimit einzuhalten. Die nachdrückliche Forderung der Gremien hatte nun Erfolg: 50 dieser Displays will die Stadt für eine halbe Million Euro anschaffen, jeweils zwei pro Stadtbezirk.

Die Bezirksausschüsse erhalten die Möglichkeit, den Einsatz der mobilen Geräte zu beantragen, einmal jährlich darf der Standort gewechselt werden. Mehr sei angesichts der Kosten und eines "objektiv betrachtet eher geringen Gewinn für die Verkehrssicherheit" nicht sinnvoll.

Der Entscheidung ist ein zweijähriger, stadtweiter Pilotversuch vorausgegangen. In sämtlichen Vierteln wurden für acht Wochen an jeweils zwei ausgewählten Orten mit Tempo 30 die Displays aufgestellt. Das Ergebnis: Im ersten Versuchsjahr verringerte sich die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit gerade mal um zwei Stundenkilometer, im zweiten Jahr waren es nur noch 1,4 Kilometer pro Stunde.

Es sei "nicht erkennbar", so das Fazit des städtischen Mobilitätsreferats, dass die Dialog-Displays "einen signifikanten Effekt auf die Reduzierung von deutlich zu schnell Fahrenden haben". Dennoch, so die Behörde, entfalteten die Anzeigen eine "positive Wirkung". Das zeigten die vermehrt positiven Rückmeldungen während des Pilotversuchs und die Tatsache, dass sich die subjektiv empfundene Verkehrssicherheit durch die Displays erhöhe. Die jetzige Lösung sei daher ein "Kompromiss", mit dem "den Wünschen aus der Bürgerschaft und den Bezirksausschüssen Rechnung getragen" werde. Viele Lokalpolitiker hatten sich einen noch deutlich stärkeren Einsatz von Dialog-Displays gewünscht.

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