Open-Air-Festival München:Publikumsliebling der Pandemie

Open-Air-Festival München: Gelassene und kreative Stimmung auf der Theresienwiese.

Gelassene und kreative Stimmung auf der Theresienwiese.

(Foto: Andrea Huber)

Beim Festival "Kunst im Quadrat" gibt es zwei Wochen lang Kultur für alle auf der Theresienwiese. Mit Ausstellungen und Workshops, Performances und Konzerten, unter anderen mit den Weltmusikpionieren Embryo.

Von Michael Zirnstein

Als man im Sommer 2020 fragte, wie man die Münchner Theresienwiese pandemiebedingt für Veranstaltungen jenseits von Oktoberfest und Winter-Tollwood nutzen könne, kamen seltsame Vorschläge zusammen: von Baby-Katzenstreichelzelt bis Katapultfestival. Umgesetzt wurden dann ein Palmenstrand, ein Klettergerüst für Erwachsene, sehr vereinzelte Getränkestände - und ein wie ein Ufo rechts unterhalb der Bavaria gelandeter Käfig aus Metall, Sonnenschirmen und Lichtern. Dieses Gehege wurde zusammen von Glockenbachwerkstatt, Kösk und vielen Partnern bespielt, nannte sich "Kunst im Quadrat" und wurde zu einem Publikumsliebling der Pandemie - jedenfalls etwas, das man nicht mehr missen möchte.

So ist das Kultur-Ufo auch heuer wieder gelandet, wurde bereits vom Elektro-Klub Harry Klein auf seine Tauglichkeit hin geprüft und macht nun wieder Platz für das bunte Programm im "Kultursommer in der Stadt". Es soll ein Ort für alle Münchnerinnen und Münchner sein, für Zufallsgäste, Geflüchtete wie Queers sowie Behinderte, alle sind willkommen.

Und da man da aufgrund des attraktiven Programms auch mal ein paar Minuten auf den Einlass aufs komplett barrierefreie Gelände warten muss, werden die Schlange-Stehenden wieder vom überaus besänftigenden "Awareness-Team" (statt der üblichen Security-Kräfte) aus Schülerinnen und mit Performances bespaßt. Das hat sich ebenso bewährt wie die Praxis, befreundete Initiativen das Programm gestalten zu lassen, etwa Die Vielen, Black lives matter, Sub, Stiftung Pfennigparade, Bellevue di Monaco und so weiter. Da kommen alle zusammen, gleich am Eröffnungssamstag, 31. Juli, etwa Senioren, die "im luftigen Draußenformat" Musikbingo spielen und die Karl Marx Brothers mit "Sitz-Rock'n' Roll, Fahrstuhlska und Lownoisecowpunk" hören.

Sonntags gibt es Community Dance und ein Community Orchester zum Mitmachen, man kann aber bei mehreren Konzerten und Performances täglich auch einfach entspannt von Stühlen, Bänken und Hängematten aus zuhören. Am Sonntag, 1. August, treten Münchens Indiepop-Könige Goya Royal auf, BashBozouki's mit Bouzouki-Elektronik und Geschichten sowie die bayerischen Globetrotter Bavaschoro. Das Frischluft-Programm der 16 Fest-Tage bietet Höhepunkte wie die Weltmusikpioniere Embryo (3.), die Indie-Bigband SiEA (8.) oder die Elektro-Chansonniers Inga (9.).

Irgendwas ist immer los, und sei es an den Bierkästen-Spielbrettern oder Tischtennisplatten oder in 40 Workshops für alle Altersklassen - für VJs und DJs, Capoeira, Demokratie, Fotografie, Lichtinstallation oder Malen mit Pflanzenfarben. Eine Ausstellung von Architekturstudenten zeigt Ideen, was aus "Kunst im Quadrat" noch alles werden könnte.

Kunst im Quadrat, Samstag, 31. Juli, bis Sonntag, 15. August, täglich von 16-22 Uhr, kunstimquadratmuenchen.de

© SZ vom 29.07.2021/blö, van
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