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Deutsche Bahn:Zweite Stammstrecke bekommt neuen Projektleiter

Projektmanager Markus Kretschmer

Baldiger Ex-Chef mit Maulwurf: Markus Kretschmer übergibt die Führung beim Projekt zweite Stammstrecke.

(Foto: Catherina Hess)
  • Zum Jahresende wird es einen Wechsel an der Spitze des Bauprojektes zweite S-Bahn-Stammstrecke geben.
  • Kai Kruschinski heißt der neue Projektleiter, er folgt auf Markus Kretschmer.
  • Die Bahn spricht von einem günstigen Zeitpunkt für den Wechsel, da der Bau der zweiten Stammstrecke gerade in eine neue Phase eingetreten ist.

Neuer Chef für eine der größten Baustellen in Deutschland: Markus Kretschmer gibt seinen Job als Gesamtprojektleiter der zweiten S-Bahn-Stammstrecke zum Jahresende auf. Ihm folgt der Wirtschaftsingenieur Kai Kruschinski, wie die Bahn am Mittwoch bekanntgab. Kretschmer verlasse den Konzern "in gegenseitigem Einvernehmen", hieß es in einer Mitteilung. Er selbst äußerte sich auf Nachfrage nicht zu den Gründen für sein Ausscheiden bei der Deutschen Bahn. Auch nicht darüber, was er künftig beruflich vorhat.

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"Es ist ein guter Zeitpunkt für die Übergabe des Staffelstabs in der Projektleitung", sagte Klaus-Dieter Josel, der Bahn-Chef in Bayern. Tatsächlich steht das mehr als drei Milliarden Euro teure Projekt gerade an einer besonderen Wegmarke: Inzwischen besteht Baurecht, die ersten Arbeiten etwa am Hauptbahnhof oder am Marienhof hinter dem Rathaus haben auch bereits begonnen. Allerdings ist die Bahn derzeit dabei, ihre Pläne in entscheidenden Punkten zu modifizieren, was auch neue Genehmigungsverfahren nach sich ziehen wird. So wird etwa der geplante Halt am Ostbahnhof um einige hundert Meter verlegt, eine dritte Röhre als Rettungstunnel geplant, und auch die Station am Hauptbahnhof soll anders aussehen als bislang gedacht. Vor dem Jahr 2028 wird der neue S-Bahn-Tunnel somit nicht in Betrieb gehen.

Kretschmer habe die zweite Stammstrecke "erfolgreich von der Planungs- in die Bauphase geführt", würdigte Josel die Arbeit seines Projektleiters. Zugleich habe er die Planungen optimiert, damit in der neuen S-Bahn-Röhre mehr Passagiere Platz finden und die Anwohner in Haidhausen durch die Bauarbeiten weniger beeinträchtigt werden. Das auch umzusetzen, liegt nun an Kai Kruschinski. Er arbeitet bereits bei der Bahn und ist bisher zuständig für die Instandhaltung und den Betrieb ihres Schienennetzes in München und Oberbayern. Kruschinski übernimmt die Projektleitung Anfang Januar.

Kretschmer hatte seinen Job im Mai 2016 angetreten, als der vorherige Chef, Albert Scheller, in Ruhestand ging. Die Bahn hatte den gebürtigen Münchner dafür von der Qatar Rail Company geholt, für diese war er am Bau der U-Bahn in Doha beteiligt. Für die Deutsche Bahn war Kretschmer aber zuvor schon einmal an einer für München wichtigen Stelle tätig: Von 2002 an plante er den Münchner Transrapid, bis dieses Projekt 2008 von der Staatsregierung beerdigt wurde.

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