bedeckt München 11°
vgwortpixel

Überschwemmte Stammstrecke:Wasserschaden legt S-Bahn lahm

Land unter: Der S-Bahn-Tunnel zwischen Hauptbahnhof und Hackerbrücke war am Dienstag plötzlich überflutet

(Foto: Shar Per)
  • Nichts ging mehr bei der Münchner S-Bahn: Zwischen Hauptbahnhof und Hackerbrücke waren am Dienstag die Gleise überflutet.
  • Was die Ursache für den massiven Wasserschaden ist, ist derzeit noch unklar.

Ein massiver Wasserschaden hat den S-Bahn-Verkehr auf der Stammstrecke fast den gesamten Dienstag zum Erliegen gebracht. Zwischen Hauptbahnhof und Hackerbrücke waren die Gleise nach Angaben der Berufsfeuerwehr München auf einer Länge von 150 Metern überflutet. Das Wasser stand dort bis zu einem halben Meter hoch. Mehrere Pumpen kamen über Stunden zum Einsatz. Die Deutsche Bahn (DB) setzte einen Notfahrplan in Kraft, es kam zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen.

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) rechneten am späten Abend damit, bis 22 Uhr das Wasser aus dem Tunnel gepumpt zu haben. Ein Bahn-Sprecher wollte aber keine Prognose wagen, ob Mittwochmorgen wieder Züge auf die Strecke können. Gegen 10.30 Uhr musste die Bahn die Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Isartor sperren. Die Feuerwehr rückte mit acht Fahrzeugen und etwa 30 Rettungskräften an, um den Tunnel wieder befahrbar zu machen.

Verkehr in München Stammstrecke unter Wasser - Das sind Ihre Ausweichoptionen
S-Bahn München

Stammstrecke unter Wasser - Das sind Ihre Ausweichoptionen

Zwischen den Stationen Hackerbrücke und Isartor fahren keine Züge. Die Ursache ist ein massiver "Wassereintritt im Gleisbereich". Unklar ist, ob am Mittwochmorgen die Züge wieder fahren können.

Dort stießen die Feuerwehrleute auf einen unterirdischen See, der sich in einer Senke nahe der Ausfahrt in Richtung Hackerbrücke gebildet hatte. Über einen Notausstieg nahe dem Hochhaus des Bayerischen Rundfunks an der Ecke Hopfen-/Arnulfstraße pumpten sie das Wasser durch zwei Schläuche nach oben und leiteten es in die Kanalisation. Allerdings lief bis zum späten Nachmittag auch konstant neues Wasser nach. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Ursache für den Wassereintritt zu finden, damit der Schaden schnellstmöglich behoben werden kann", hieß es in einer Mitteilung der Bahn.

Auch die Feuerwehr konnte keine näheren Angaben zu den Gründen für den Schaden machen. "Uns ist nach wie vor nicht bekannt, woher das Wasser kommt", sagte ein Sprecher am Abend. Da die Pumpen der Feuerwehr die Wassermassen über mehr als sechs Stunden hinweg nicht beseitigen konnten, griff das THW ein. Eine Großpumpe kam am Abend zum Einsatz, die 5000 Liter in der Minute bewältige, wie eine THW-Sprecherin sagte, und dazu mehrere Tauchpumpen.

Die Überflutung kommt für die S-Bahn München zur absoluten Unzeit. Denn diesen August hat sie den Verkehr auf der Stammstrecke ohnehin stark eingeschränkt. Wie berichtet will die Bahn die Tunnelstationen auf Vordermann bringen und sperrt die Stammstrecke jedes Wochenende in diesem Monat. Schon von Freitagabend bis Sonntag fuhren zwischen Donnersberger Brücke und Ostbahnhof 54 Stunden lang keine Züge.

Wer ohne Auto vom Umland ins Münchner Zentrum will, muss in der Stadt auf Ersatzbusse oder die Verkehrsmittel der Münchner Verkehrsgesellschaft umsteigen. Die Sperrungen rechtfertigt die Bahn damit, dass sie bei den Sanierungsarbeiten so schneller vorankommt. Unter anderem lässt sie neue Säulen- und Deckenverkleidungen anbringen und die Bodenbeläge ausbessern. Deshalb sind die Stationen Hauptbahnhof und Marienplatz auch unter der Woche nur eingeschränkt erreichbar.

Darauf können sich die Fahrgäste einstellen, am Dienstag blieb die Lage für sie unübersichtlich. Die Apps meldeten zwar die Sperrung, zeigten aber keine Alternativen an. Manche in den sozialen Netzwerken versuchten, es mit Humor zu nehmen. "U-Boot für Ersatzverkehr auf der Stammstrecke einsetzen", scherzte ein Nutzer. "Wo sind die verdammten Flugtaxis, wenn man sie mal braucht?", ein anderer.

© SZ vom 07.08.2019/kaal
S-Bahn München Hochbetrieb in der Tiefe

S-Bahn

Hochbetrieb in der Tiefe

Für 54 Stunden wurde die Stammstrecke am Wochenende für Bauarbeiten gesperrt: 180 Arbeiter schlagen Fliesen von den Säulen oder beseitigen akribisch gefährliche Stolperfallen. Eine Baustellenbesichtigung.   Von Andreas Schubert

Zur SZ-Startseite