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Riem:Verplant: Riemer S-Bahnhof

SPD-Landtagsabgeordneter schaltet Rechnungshof ein

Von Ilona Gerdom, Riem

Gerade für Menschen mit Behinderung oder Eltern mit Kinderwagen bietet der S-Bahnhof Riem viele Hürden. Schon lange ist beabsichtigt, die Station barrierefrei zu gestalten. Gänzlich realisiert dürfte das allerdings frühestens 2024 sein. Das liegt offenbar an Mängeln in der Planung. Jetzt soll der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) die Angelegenheit prüfen.

Bereits im Mai kritisierte der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Rinderspacher die Stagnation an der Station in Riem. Deshalb leitete er den Fall nun an den ORH weiter. Der ließ verlauten, dass die Verzögerungen im Planungsablauf untersucht werden sollen. Außerdem geht aus dem Antwortschreiben an Rinderspacher hervor, dass die unabhängige Staatsbehörde bereits selbst "wiederholt mangelhafte Planungsqualität bei vom Freistaat Bayern geförderten Maßnahmen für Schienenpersonenverkehr" ausgemacht habe.

Bereits im März 2013 wurde die S-Bahn-Haltestelle in das Finanzierungsprogramm "Bayern-Paket" aufgenommen. Seither hat sich jedoch kaum etwas getan. Noch stehen der Neubau einer hindernisfreien Unterführung mitsamt Aufzug und des Hausbahnsteigs sowie die Verlängerung des Mittelbahnsteigs aus. Laut bayerischer Bauministerin Kerstin Schreyer liegt das Problem vor allem bei Fehlern in der Planung. So wurden etwa der Grundwasserspiegel und die Oberleitung nicht bedacht. Daraufhin war dem zuständigen Büro der Auftrag entzogen worden. Stand heute hat sich bisher kein neues Büro gefunden. Folglich geht derzeit bei der Konzeption nichts voran. Im bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr geht man allerdings davon aus, dass bis Ende 2020 ein überarbeiteter Entwurf zur Verfügung steht. Rund 8000 Menschen nutzen die Station täglich zum Ein- und Aussteigen. Für diejenigen, die auf einen behindertengerechten Zugang angewiesen sind, erhofft sich Rinderspacher mit Einschalten des Rechnungshofs eine unabhängige Aufarbeitung. Vor allem verspricht er sich davon, dass "der unhaltbare Zustand bald der Vergangenheit angehört".

© SZ vom 23.06.2020
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