Wohnungsmarkt in München:Mieten wird teurer und teurer

München, Stadtansicht, Innenstadt, Altstadt, Zentrum, City, Stadtzentrum, Skyline, Stadtteil, Stadtviertel, Bahnhofsvie

Seit 2011 sind die Wohnungen in München um etwa 40 bis 50 Prozent teurer geworden, Häuser um etwa 55 Prozent.

(Foto: Heinz Gebhardt/imago images)

Die Hoffnung, dass die Corona-Pandemie den Immobilienmarkt entlastet, hat sich laut Maklerverband IVD "nicht im Geringsten erfüllt". 90 Prozent aller angebotenen Wohnungen kosten 15 Euro oder mehr pro Quadratmeter.

Von Bernd Kastner

Würde man Nachrichten vom Münchner Mietmarkt nur dann veröffentlichen, wenn sie neu wären - es gäbe schon lange kaum mehr was zu lesen, zumindest nicht über die Preise. Meist bleibt nur, das Altbekannte zu wiederholen, das gilt auch für den aktuellen Marktbericht des Maklerverbandes IVD: Die Mieten sind gestiegen im ersten Halbjahr 2021, sogar etwas stärker als im Halbjahr davor. Je nach Alter des Hauses bei neu abgeschlossenen Mietverträgen um zwei bis drei Prozent. Reihenmittelhäuser- und Doppelhaushälften liegen bei plus 3,5 bis 4,1 Prozent.

Seit vergangenem Frühjahr, als die Corona-Inzidenzwerte sanken, die Impfquote stieg und der Arbeitsmarkt sich verbesserte, "gewinnt der Mietmarkt erneut an Schwung und Preisdynamik": So fasst Stephan Kippes, Chef des IVD-Marktforschungsinstituts, die Entwicklung zusammen. Die einstige Corona-Hoffnung, dass die Pandemie den Markt entlaste, habe sich "nicht im Geringsten erfüllt".

Häuser mit Garten seien seit dem ersten Lockdown besonders begehrt, und wenn kein Garten möglich ist, dann am liebsten eine Wohnung mit Balkon oder Terrasse. Seit Pandemiebeginn werde bei einem Umzug die neue Wohnung oft danach ausgesucht, ob sie tauglich fürs Homeoffice ist, so Kippes: Möglichst ein zusätzliches Zimmer oder zumindest eine Arbeitsnische.

Der Umzug vermutlich vieler Studierenden nach drei Semestern im Homeoffice an den Studienort München macht die Lage dort nicht besser, im Gegenteil. Nach wie vor, so Kippes, gilt speziell für die bayerischen Groß- und Unistädte: "Die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage ist gravierend."

Schaut man auf einen Zeitraum von zehn Jahren, dürfte manchem angesichts der hohen Plus-Zahlen schwindelig werden: Wohnungen in München sind laut IVD seit 2011 um etwa 40 bis 50 Prozent teurer geworden, Häuser um etwa 55 Prozent.

Übersetzt in absolute Zahlen bedeutet dieser Anstieg: Eine Altbauwohnung mit gutem Wohnwert kostet derzeit im Durchschnitt 19 Euro pro Quadratmeter, kalt und ohne Nebenkosten, eine Neubauwohnung, selbe Kategorie, 20,90 Euro. In derselben Klasse kostet ein Reihenmittelhaus zur Mieten im Schnitt 2550 Euro.

Das Preisspektrum lässt sich auch anders ausdrücken: Wer aktuell in München eine Wohnung zur Miete sucht, wird fast nichts unter 15 Euro finden. Gut 90 Prozent aller Wohnungen kosten mehr, der Rest liegt auch über elf Euro. Die gute Nachricht für alle, die bereit zum Pendeln wären: In Augsburg und Rosenheim liegen jeweils gut 70 Prozent aller Angebote zwischen neun und 13 Euro.

Zur SZ-Startseite
Baugemeinschaft Münsing Pallaufhof

SZ PlusWohnen in München
:Der schlaue Weg zum Eigenheim

Das Wohnen in und um München ist teuer. Wie gelingt es da, trotzdem an bezahlbares Eigentum zu kommen? 24 Wohnungssuchende haben auf einem Bauernhof in Münsing vor fünf Jahren eine kreative Lösung gefunden.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB